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Manuel Barkhau  committed 92b9d38

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+Einführung: Geld und Politik
+============================
+
+Die bei weitem am wenigsten überwachte und mit Geheimhaltung 
+operierende Behörde in der US-Regierung, ist nicht wie man es erwarten
+würde, die CIA, die NSA oder dergleichen streng geheime 
+Nachrichtendienste. Die CIA und andere Nachrichtendienste werden durch 
+das US Kongresses kontrolliert: Ein Komitee im Kongress ist für ihre
+Überwachung zuständig, reguliert ihr Budget und wird über verdeckte
+Aktivitäten informiert. Es stimmt zwar, dass die Anhörungen des 
+Komitees hinter verschlossenen Türen stattfinden; aber immerhin werden
+diese Behörden, durch vom Volk gewählten Repräsentanten, zu einem
+gewissen Grad überwacht.
+
+Weniger bekannt ist allerdings, dass es eine US Behörde gibt, die im
+Bezug auf Geheimhaltung, alle anderen um Längen überbietet. Die
+US-Notenbank (auch Federal Reserve oder kurz Fed genannt) steht keinem
+Antwort, hat kein Budget, wird von niemandem geprüft, und kein Komitee
+im US Kongress weiß über seine Aktivitäten Bescheid noch kann es sie
+steuern. Die US-Notenbank hat die komplette Kontrolle über das
+lebenswichtige Währungssystem der Vereinigten Staaten, wird aber von
+niemandem überwacht—und diese merkwürdige Situation, sofern man sie
+überhaupt anerkennt, wird unweigerlich sogar als Tugend angepriesen.
+
+Alls also der erste Demokrat seit über einem Jahrzehnt 1993 zum
+Präsidenten gewählt wurde, war der eigenbrötlerische, ehrwürdige
+Demokrat und Vorsitzende des Ausschusses zur Bankenregulierung, Henry B.
+Gonzalez aus Texas, sehr optimistisch beim Vorschlag einiger seiner
+Lieblingsprojekte. Er hatte relativ bescheidene Ziele; er wollte keine
+vollkommene Kontrolle über das Budget der Notenbank, sondern lediglich
+eine öffentlich Überwachung ihrer Tätigkeiten. Der Gesetzesentwurf von
+Gonzalez verlangte die vollständige und unabhängige Prüfungen aller
+Tätigkeiten der Notenbank, die Aufzeichnung ihrer Konferenzen, sowie 
+die Veröffentlichung der Protokolle dieser Konferenzen nach einer
+Woche, anstatt wie derzeit lediglich eine wage Zusammenfassung nach
+sechs Wochen. Zusätzlich sollten die Präsidenten der zwölf regionalen
+Notenbanken durch den Präsident der Vereinigten Staaten bestimmt 
+werden, anstatt wie heute durch die kommerziellen Banken in ihrer 
+jeweiligen Region.
+
+Wie erwartet, kam vom Vorsitzenden der Notenbank, Alan Greenspan,
+ein erheblicher Widerstand gegenüber alle solche Vorschläge. Es liegt
+schließlich in der Natur eines jeden Bürokraten sich gegen die
+Einschränkung seiner ungezügelten Macht zur Wehr zu setzen. Etwas
+überraschender war hingegen der Widerstand durch Präsident Clinton,
+schließlich würden diese Maßnahmen seine Macht ausweiten. Die Reformen
+von Gonzalez, so der Präsident, "laufen Gefahr das Vertrauen der Märkte
+in die Notenbank zu untergraben".
+
+Für sich betrachtet ist die Reaktion des Präsidenten, wenn auch ähnlich
+dem seiner Vorgänger, etwas verwirrend. Ist eine Demokratie schließlich
+nicht davon abhängig, dass seine Bürger darüber Bescheid wissen, was
+sich in der Regierung abspielt, die sie ja wählen müssen? Würden die
+öffentliche Protokolle und Prüfungen das Vertrauen der amerikanischen
+Öffentlichkeit in ihre Währungsinstitution nicht sogar stärken? Inwiefern
+könnten Prüfungen "das Vertrauen der Märkte untergraben"? Warum hängt
+das "Vertrauen der Märkte" davon ab, weniger öffentlich bekannt zu
+geben, als es etwa bei den Hütern von Militärgeheimnissen der Fall ist,
+die ja schließlich von ausländischen Feinden mißbraucht werden könnten?
+Was geht hier vor?
+
+Die übliche Antwort der Fed und ihrer Gefolgsleute ist, dass jede solche
+Maßnahme, egal wie unbedeutend, ihre "Unabhängigkeit von der Politik"
+einschränken würde. Dies wird beschworen als offensichtliche und
+absolute Wahrheit, und da das Währungssystem sehr wichtig ist, behaupten
+sie die Notenbank müsse ganz und gar unabhängig sein.
+
+"Unabhängigkeit von der Politik" ist natürlich etwas gutes, hört sich
+schön an und ist eines der wesentlichen Argumente für unzählige
+bürokratische Eingriffe, die seit dem Aufkommen des Progressivismus
+vorgebracht wurden. Straßenkehrer, Kontrolle von Häfen, Regulierung der
+Industrie, Sozialversicherung, diese und viele weitere Funktionen die
+von der Regierung übernommen wurden, sind angeblich "zu wichtig", als
+dass man sie politischer Willkür aussetzen dürfte. Es ist schön und gut
+private Aktivitäten oder Märkte möglichst frei von staatlicher Kontrolle
+und in dem Sinne "unabhängig von der Politik" zu lassen, hier reden wir
+allerdings von Institutionen und Unternehmungen des *Staates*. Die
+Aussage der *Staat* müsse "unabhängig von der Politik" sein impliziert
+etwas ganz anderes, denn anders als die private Industrie und Märkte,
+muss die Regierung sich nicht gegenüber Eigentümer oder Konsumenten
+rechtfertigen.  Die Regierung kann sich immer nur gegenüber der
+Öffentlichkeit und seine Repräsentanten rechtfertigen, und wenn sie
+"unabhängig von der Politik" wird kann das nur bedeuten, dass dieser
+Teil der Regierung zu einer absoluten und selbst erhaltenden Oligarchie
+wird. Sie muss Keinem Antwort stehen und ist niemals den Möglichkeiten
+der Öffentlichkeit ausgesetzt das Personal auszutauschen oder "die
+schwarzen Schafe auszusondern". Wenn keine Person oder Gruppe, seien es
+Eigentümer oder Wähler, die regierende Elite austauschen kann, dann ist
+diese Elite eher für eine Diktatur geeignet als für ein vorgeblich
+demokratisches Land. Dennoch ist es bemerkenswert wieviele
+selbsternannte Verfechter der "Demokratie", ob im In- oder Ausland, sich
+für die vollkommene Unabhängigkeit der US-Notenbank aussprechen.
+
+Abgeordneter des US-Kongresses Barney Frank (Demokrat aus 
+Massachusetts), einer der Unterstützer des Gesetzesentwurfs von Gonzalez,
+weist darauf hin, "wenn man die Prinzipien von denen heutzutage geredet
+wird ernst nimmt," wie z.B. "die Reform der Regierung und größere
+Transparenz der Regierung—werden sie vor allen Anderen von der
+US-Notenbank missachtet". Auf welcher Grundlage sollte also dann das
+"Prinzip" einer unabhängigen Notenbank fortbestehen?
+
+Es ist sehr aufschlussreich zu untersuchen wer die Verteidiger dieses
+vorgeblichen Prinzips sein könnten und welche Strategie sie verfolgen.
+Vermutlich ist eines der politischen Behörden von dem die Fed
+insbesondere unabhängig sein möchte das Finanzministerium der
+Vereinigten Staaten. Und dennoch sagt Frank Newman, Minister im
+Finanzministerium unter Präsident Clinton, bei seiner Ablehnung des
+Entwurfs von Gonzalez: "Die Fed ist unabhängig und das ist eines seiner
+grundlegenden Prinzipien". Einen weiteren Einblick bekommen wir durch
+eine Bemerkung in der New York Times, die anmerkt welche Reaktion die
+US-Notenbank auf den Gesetzesentwurf von Gonzalez hat: "Die Fed arbeitet
+im Hintergrund schon daran Heerscharen von Banker zu organisieren, die
+gegen eine Politisierung der Zentralbank aufheulen sollen" (New York
+Times, 12 Oktober 1993). Warum sollten aber diese "Heerscharen von
+Banker" sich derart eifrig und bereitwillig mobilisieren lassen, wenn es
+doch um die Verteidigung einer Regierungsbehörde geht, deren Kontrolle
+und Regulierung sie unterliegen und von der viele Tätigkeiten im
+Bankensystem bestimmt werden? Liegt irgend eine Art Kontrolle, ein
+Gegengewicht für ihren Herr und Meister, nicht in ihrem eigenen
+Interesse? Warum sollte sich eine regulierte und kontrollierte Industrie
+derart in die uneingeschränkte Macht ihres eigenen Aufsehers verliebt
+haben?
+
+Betrachten wir doch mal die Situation einer beliebigen anderen
+Industrie. Wäre es nicht etwas verdächtig, wenn bspw. die
+Versicherungsgesellschaften eine uneingeschränkte Macht für ihre
+Regulierungsbehörde fordern würde, oder die Transportindustrie für ihre
+Regulierungsbehörde, oder wenn Pharmaunternehmen um totale und geheime
+Macht für ihre Zulassungbehörde ringen würden? Sollten wir nicht dem
+merkwürdig kuscheligen Verhältnis zwischen den Banken und der
+US-Notenbank äußerst skeptisch gegenüberstehen? Was geht hier vor sich?
+Unsere Aufgabe in diesem Buch ist es die US-Notenbank der Untersuchung
+auszusetzen, die sie in der Öffentlichkeit leider nicht bekommt.
+
+Absolute Macht und keinerlei Prüfung der US-Notenbank werden meistens
+alleine auf einer Grundlage verteidigt: Jede Änderung würde die
+angeblich unerbittliche Hingabe der Fed einschränken, den scheinbar
+unendlichen "Kampf gegen die Inflation" zu führen. Das ist das immer
+gleiche Lied in der Verteidigung der uneingeschränkten Macht der
+US-Notenbank. Die Reformen von Gonzalez, so warnen die Beamten der
+Fed, könnten vom Finanzmarkt "als Schwächung der Fähigkeit der Fed
+gegen Inflation anzukämpfen" aufgefasst werden (New York Times, 8
+Oktober 1993). Alan Greenspan, der Vorsitzende der Fed, ging in darauf
+folgende Anhörungen im Kongress näher auf diesen Punkt ein. Politiker,
+und vermeintlich auch die Öffentlichkeit, sind immer in der Versuchung
+die Geldmenge auszuweiten und damit (Preis-) Inflation zu verschlimmern.
+Nach der Meinung von Greenspan gibt es:
+
+> Die Versuchung aufs monetäre Gaspedal zu treten oder zumindest die
+> monetäre Bremse bis nach der nächsten Wahl zu vermeiden... Sich solche
+> Versuchungen hinzugeben wird der Wirtschaft eine inflationäre Neigung
+> verleihen, könnte sie unstabil machen, zu einer Rezession und
+> wirtschaftlichem Abschwung führen.
+
+Auf eine Prüfung der Fed zu verzichten, so Greenspan, ist ein kleiner
+Preis um zu vermeiden, dass "die Währungspolitik dem Einfluss von
+kurzsichtigen Politikern ausgesetzt wird, die immer wieder unter den
+Druck von Wahlen stehen" (New York Times, 14 Oktober 1993).
+
+Da haben wir es also. Wenn man den Sagen der US-Notenbank glauben mag,
+ist die Öffentlichkeit ein Ungeheuer mit einer unstillbaren Begierde für
+Inflation und seine schrecklichen Folgen. Durch die gefürchteten und all
+zu häufige Unannehmlichkeiten namens "Wahlen", sind Politiker dieser
+Versuchung ausgesetzt, insbesondere solche Institutionen die besonders
+häufig gewählt werden, wie das US Repräsentantenhaus, dass alle zwei
+Jahre gewählt wird, und sich deswegen um so mehr dem Willen der
+Öffentlichkeit beugt. Die US-Notenbank wird im Gegensatz dazu von
+Experten für Währungspolitik geleitet, die von dem Verlangen der
+Öffentlichkeit nach Inflation unabhängig sind. Sie stehen deshalb
+jederzeit bereit, sich für die langfristigen Interessen der
+Öffentlichkeit einzusetzen, und sich für den ewigen Kampf gegen das
+Schreckgespenst der Inflation zu wappnen. Kurz gesagt, es ist
+unerlässlich die Kontrolle über die Währung der US-Notenbank zu
+überlassen, um die Öffentlichkeit vor sich selbst sowie seinen
+kurzsichtigen Begierden und Versuchungen zu schützen. Ein Ökonom für
+Währungspolitik, der zwischen 1920 bis in die 30er Jahre damit
+verbrachte Zentralbanken in der dritten Welt aufzubauen wurde häufig
+als "der Geld Doktor" bezeichnet. In unserer heutigen Zeit der
+Therapien möchten Greenspan und seine Berater wohl als
+"Währungtherapeuten" gesehen werden; gutmütige aber strenge Lehrmeister
+denen wir totale Macht übertragen um uns vor uns selbst zu schützen.
+
+Welchen Teil haben die Banker an dieser therapeutischen Behandlung?
+Wenn man den Angestellten der Fed glauben mag, einen ganz wesentlichen.
+Der Vorschlag von Gonzalez, die regionalen Präsidenten durch den
+Präsident der Vereinigten Staaten bestimmen zu lassen, anstatt durch die
+Banker der Region, würde wenn man den angestellten glauben mag, "es
+der Zentralbank schwerer machen gegen Inflation anzukämpfen". Warum?
+Weil die "Minimierung von Inflation" dadurch "am besten" erreicht wird,
+"dass private Banker die regionalen Präsidenten bestimmen". Und warum
+eignen sich privaten Banker dazu "am besten"? Den Angestellten der
+Zentralbank nach, da private Banker "mitunter die Besten der Welt
+sind, wenn es darum geht auf Inflation zu achten" (New York Times, 12
+Oktober 1993).
+
+Damit wäre wie Weltanschauung der Zentralbank und seine Befürworter 
+komplett. Die Öffentlichkeit und Politiker, die ja immer der Versuchung
+ausgesetzt sind Geld zu drucken, akzeptieren nicht nur dieses Argument,
+sondern auch den wesentlichen Beitrag der privaten Banker. Diese sind
+"die Besten der Welt um auf Inflation zu achten" und können der Fed nur
+eine Unterstützung sein bei ihrer ewigen Hingabe im Kampf gegen die
+Inflation.
+
+So lautet die Ideologie der US-Notenbank entsprechend seiner eigenen
+Propaganda, die durch respektable und etablierte Medien wie die New York
+Times sowie in Erklärungen und Lehrbüchern unzähliger Ökonomen verbreitet
+wird. Sogar Ökonomen die sich für Inflation aussprechen, akzeptieren und
+verbreiten die Darstellung der Zentralbank nach ihrer eigenen
+Vorstellung. Tatsächlich aber, ist alles an dieser Mythologie das genaue
+Gegenteil der Wahrheit. Solange wir die betrügerische Legende von der
+Zentralbank nicht aufgedeckt und zerstört haben, werden wir auch nicht
+klar über Geld und das Finanzwesen denken können.
+
+An dieser weit verbreiteten Legende stimmt allerdings eines (und nur
+eines: Die entscheidende Ursache für chronisch inflationäre Preise ist
+die Inflation bzw. die Ausweitung der Menge an Geld im Umlauf. Ebenso
+wie eine Erhöhung der Produktion oder des Angebots von Baumwolle für
+einen geringeren Preis auf dem Markt sorgt, so wird durch die Schaffung
+von neuem Geld auch jeder Euro oder Doller etwas billiger und verliert
+an Kaufkraft.
+
+Lasst uns aber nun diese Tatsache vor dem Hintergrund einer
+Zentralbank betrachten. Wir sind vorgeblich mit einem Verlangen der
+Öffentlichkeit nach Inflation konfrontiert, währen die Zentralbank und
+seine Komplizen sich entschlossen gegen diese Kurzsichtigkeit stemmen.
+Wie soll aber die Öffentlichkeit diese Inflation herbeiführen? Wie kann
+die Öffentlichkeit mehr Geld erschaffen bzw. drucken? Das zu machen wäre
+schwierig, denn es gibt nur eine Institution in unserer Gesellschaft mit
+dieser Befugnis. Wer versucht Geld zu drucken macht sich der schweren
+Straftat der "Geldfälschung" schuldig, die von der Regierung sehr ernst
+genommen wird. Während die Regierung sich relativ gutmütig gegenüber
+Vergehen und Verbrechen, wie z.B. Überfälle, Diebstahl und Mord verhält, 
+und sich um "soziale Benachteiligung" bei jugendlichen Kriminellen
+sorgt, gibt es eine Gruppe von Kriminellen die von der Regierung niemals
+mit Geduld behandelt wird; denn sie begehen ein Verbrechen, dass von der
+Regierung sehr ernst genommen wird; sie bereichern sich an der
+Einkommensquelle der Regierung: Namentlich an dem Monopol über das
+Drucken von Geld an der sich die Zentralbank erfreut.
+
+"Geld" besteht in unserer Wirtschaft aus Papier und wird von der
+Zentralbank herausgegeben. Auf ihren Scheinen steht gedruckt: "Diese
+Banknote ist legales Zahlungsmittel für alle Schulden ob privat oder
+öffentlich". Diese "Scheine der US-Notenbank" sind Geld und sonst
+nichts; sie müssen von jedem Händler oder Gläubiger angenommen werden,
+ob sie es wollen oder nicht.
+
+Wenn die chronische Inflation in Amerika und fast jedem anderen Land
+durch die ständige Erschaffung von neuem Geld verursacht wird, *und
+wenn* in jedem Land die Zentralbank der Regierung das Monopol auf die
+Geldschöpfung hat und die Quelle allen Geldes ist, *wer ist dann wohl*
+für die Pest der Inflation verantwortlich? Wer sonst, außer eben diese
+Institution die als einzige ermächtigt ist Geld zu erschaffen, also die
+Zentralbank *selbst*?
+
+Kurz gesagt: Selbst wenn wir das Problem noch nicht im Detail untersucht
+haben, sollte ein Schimmer der Wahrheit schon zu erkennen sein: nämlich,
+dass der Propagandafeldzug wonach die Fed ein Bollwerk gegen die durch
+Andere herbeigeführte Inflation errichtet hat, nichts anderes ist als
+eine Täuschung. Der alleinige Verantwortliche für die Inflation, die
+US-Notenbank, klagt ständig über Inflation wofür scheinbar *alle
+anderen* in der Gesellschaft verantwortlich sind. Es ist der alte Trick
+eines Räubers der aufschreit "Haltet den Dieb!" während er die Straße
+runterrennt und auf andere deutet. Wir sehen warum es für die Fed und
+alle anderen Zentralbanken immer wichtig gewesen ist sich mit einer
+geheimnisvollen Aura der Ernsthaftigkeit zu schmücken. Denn, wie wir
+noch klarer sehen werden, wenn die Öffentlichkeit sich darüber im klaren
+wäre was sich abspielt, wenn es den Vorhang der unergründlichen Zauberer
+aufreißen würden, könnte sie bald entdecken, dass die US-Notenbank die
+Ursache des Problems ist. Was wir brauchen ist nicht eine vollkommen
+unabhängige und allmächtige Zentralbank, sondern gar keine Zentralbank.

File de/02.mkd

View file
+Entstehung von Geld
+===================
+
+Es ist unmöglich Geld und seine Natur zu verstehen, und entsprechend
+auch zu verstehen wie eine Zentralbank funktioniert, ohne sich
+anzuschauen wie Geld, das Finanzwesen und Zentralbanken entstanden sind.
+Das liegt daran, dass Geld zu einem wesentlichen Teil durch seine
+Vergangenheit bestimmt ist. Man kann den Bedarf und die Nachfrage nach
+allem anderen, sei es Brot, Computer, ein Konzert, Flugzeuge,
+Krankenpflege, usw., alleine auf der Grundlage der Wertschätzung des
+Kunden für diese Waren und Dienstleistungen selbst erklären. All diese
+Güter haben an und für sich einen Wert und werden ihrer selbst wegen
+erworben. "Geld", also Dollar, Euro, Yen usw. wird nicht wegen dem
+intrinsischen Wert der Papiernoten im Handel benutzt und erworben,
+sondern weil jeder erwartet, dass alle anderen diese Noten im Handel
+akzeptieren. Diese Erwartungen bestehen deshalb, weil bis vor kurzem und
+noch vor längerer Zeit, diese Noten tatsächlich akzeptiert wurden. Wegen
+dieser Einsicht ist eine Analyse der Geschichte des Geldes unabdingbar
+um zu verstehen wie das heutige Währungssystem funktioniert.
+
+Geld ist nicht entstanden und kann niemals durch einen beliebigen
+gesellschaftlichen Vertrag entstehen. Es kann auch nicht durch
+irgendeine Behörde der Regierung eingeführt werden indem es erlässt,
+dass jeder die von ihm herausgegebenen Zettel akzeptieren muss. Selbst
+Gewalt könnte Menschen und Institutionen nicht dazu bringen
+bedeutungslose Zettle zu akzeptieren, von denen sie noch nichts gehört
+haben und welches zu keinem anderen Geld ein Bezug hat. Geld entsteht
+auf dem freien Markt durch die Handlung einzelner Individuen, die so
+untereinander den unerlässlichen Tausch ihrer Waren fördern. Der Markt
+ist ein Netzwerk, ein Gitterwerk aus je zwei Personen oder Institutionen
+die zwei verschiedene Güter austauschen. Individuen spezialisieren sich
+auf die Produktion verschiedener Waren und Dienstleistungen und Tauschen
+diese Güter dann unter einvernehmliche Bedingungen aus. Herr Fischer
+produziert Fische und tauscht sie gegen das Mehl vom Herrn Müller.
+Beide Parteien führen den Handel aus, weil sie erwarten davon zu
+profitieren; somit besteht der freie Markt aus einem Netzwerk, indem
+durchweg Güter zum gegenseitigen Vorteil ausgetauscht werden.
+
+Bei diesem System des "direkten Tauschhandels" nützlicher Güter müssen
+sich die Teilnehmer jedoch mit strengen Einschränkungen
+auseinandersetzen. Stellen wir uns vor, dass Herr Müller kein Fisch mag,
+Herr Fischer möchte jedoch von ihm Mehl kaufen. Herr Fischer muss nun
+ein Produkt suchen, wie z.B. Butter, nicht für den eigenen Gebrauch,
+sondern um es an Herrn Müller weiter zu verkaufen. Herr Fischer führt
+hier einen "indirekten Tauschhandel" durch, bei dem er Butter einkauft,
+nicht um der Sache selbst wegen, sondern um es als "Mittel" oder
+Zwischenschritt im Handel zu benutzen. Bestimmte Güter können aber auch
+"unteilbar" sein und nicht in Stücke geschnitten werden um sie im
+direkten Handel zu benutzen. So im Fall des Traktors vom Herrn Hoffmann,
+der es verkaufen möchte um eine Vielzahl verschiedener Güter zu kaufen:
+Pferde, Weizen, Seil, Fässer, usw. Es ist klar, dass er seinen Traktor
+nicht in sieben oder acht Teile legen kann um jedes Teil für eines der
+begehrten Güter einzutauschen. Er muss zunächst einen "indirekten
+Tauschhandel" eingehen, d.h. seinen Traktor für eine Ware verkaufen die
+sich besser teilen lässt, wie z.B. 100 Kilo Butter, damit er es
+aufteilen und gegen die jeweils von ihm begehrten Güter tauschen kann.
+Herr Hoffmann würde die Butter somit ebenfalls als Tauschmittel
+benutzen.
+
+Sobald irgendeine Handelsware beginnt als Tauschmittel benutzt zu
+werden, setzt ein Kreislauf bzw. ein lawinenartiger Effekt ein. Wenn
+z.B. mehrere Personen in einer Gesellschaft anfangen Butter als
+Tauschmittel zu benutzen, wird den Menschen bewusst, dass sich Butter in
+dieser Region besser vermarkten lässt bzw. im Handel akzeptiert wird und
+sie werden beim Tauschhandel anfangen Butter zu verlangen. Mit der Zeit
+und mit zunehmendem Bewusstsein für diesen Vorgang, speist sich die
+Nutzung von selbst, bis die Ware zum allgegenwärtigen Tauschmittel der
+Gesellschaft wird. Eine Ware die im Allgemeinen als solches Mittel
+verwendet wird, ist definiert als *Geld*.
+
+Sobald eine Ware beginnt als Geld benutzt zu werden, findet eine rasante
+Ausweitung des Markts statt und die Wirtschaft wird merklich produktiver
+und wohlhabender. Der Grund dafür ist, dass das Preissystem enorm
+vereinfacht wird. Ein Preis ist einfach die Bedingung für den Austausch
+von einem Gut, das Verhältnis der Mengen der beiden Güter die gehandelt
+werden. Bei jedem Tauschhandel, wird eine Menge *X* von einem Gut, gegen
+eine Menge *Y* eines anderen ausgetauscht. Betrachten wir den obigen
+Handel zwischen Müller und Fischer. Stellen wir uns vor, dass Herr
+Fischer 2 Fische gegen 1 Kilo Mehl eintauscht. In dem Fall ist der Preis
+von Mehl im Bezug auf Fische, 2 Fische je Kilo Mehl. Umgekehrt ist der
+Preis von Fische im Bezug auf Mehl, ein halbes Kilo Mehl je Fisch. Beim
+direkten Tauschhandel ist es praktisch unmöglich den relativen Preis
+irgendeiner Ware zu einem anderen zu wissen: So wäre etwa der Preis für
+ein Hut vielleicht 10 Schokoriegel, oder 6 Laib Brot, oder 1/10 eines
+Fernsehers, usw. Sobald sich Geld jedoch im Markt etabliert hat, ist
+die Geldware ein Teil jeder Transaktion zweier Güter. Herr Fischer wird
+sein Fisch für Geld verkaufen und wird dann das Geld verkaufen, sei es
+für Mehl, Schuhe, Traktoren, Unterhaltung oder etwas beliebig anderes.
+Herr Müller wird mit seinem Mehl analog verfahren. Das Ergebnis ist,
+dass "der" Preis von einem Gut einfach nur sein "Geldpreis" ist, also
+sein Preis im Bezug auf die Geldware.
+
+Nehmen wir also an, dass Butter auf diese Art als Geld auf dem Markt in
+einer Gesellschaft benutzt wird. In diesem Fall, werden die Preise aller
+Waren und Dienstleistungen im Verhältnis zu ihrem jeweiligen Geldpreis
+gerechnet; so könnte ein Hut für 1kg Butter getauscht werden, ein
+Schokoriegel für 100g Butter, ein Fernseher für 10kg Butter, usw. Wenn
+man den Preis von einem Hut im Verhältnis zu allen anderen Gütern wissen
+möchte, muss man nicht jeden relativen Preis direkt herausfinden; es
+reicht zu wissen, dass der Geldpreis von einem Hut 1kg Butter ist, oder
+1g Gold oder was die Geldware auch sein mag. Somit wird es durch den
+Geldpreis leichter zu rechnen und einfacher die verschiedenen Güter
+gegeneinander aufzuwiegen. 
+
+Ein weiteres gravierendes Problem mit dem reinen Tauschhandel ist, dass
+es für ein Geschäft nur eingeschränkt möglich ist zu berechnen, ob "der
+Laden läuft", bzw. ob es profitabel ist oder ob es Verluste einfährt.
+Stellen wir uns ein Geschäft vor, bei dem wir versuchen unser Einnahmen
+und Ausgaben für den letzten Monat zu berechnen. Wir listen unsere
+Einnahmen auf: Lass mal sehen, in der letzten Woche haben wir 20m Seil
+erworben, 3 Kabeljaue, 4t Holz, 3kg Weizen usw. Unsere Ausgaben waren: 5
+leere Fässer, 8kg Baumwolle, 30 Backsteine, 5kg Rindfleisch. Wie um
+alles in der Welt sollen wir wissen wie gut oder schlecht der Betrieb
+läuft? Sobald sich Geld jedoch in einer Wirtschaft etabliert hat, ist es
+sehr einfach wirtschaftlich zu kalkulieren: Im letzten Monat beliefen
+sich unsere Einnahmen auf 500g Gold und unsere Ausgaben auf 450g Gold.
+Unsere Bilanz ist ein Gewinn von 50g Gold. Die Entwicklung eines
+allgemeinen Tauschmittels ermöglicht also wirtschaftliche Kalkulation
+und ist damit eine Voraussetzung für jede florierende Marktwirtschaft.
+
+In der Menschheitsgeschichte haben alle Gesellschaften, auch primitive
+Völker, Geld in der oben angegebenen Art auf dem Markt entwickelt. Viele
+Waren fanden Verwendung als Geld: Hacken aus Eisen in Afrika, Salz im
+Westen Afrikas, Zucker in der Karibik, Biberpelze in Kanada, Kabeljau in
+der New England Kolonie, Tabak in den Maryland und Virginia Kolonien. In
+deutsche Kriegsgefangenenlager für britische Soldaten im Zweiten
+Weltkrieg entstand durch den ständigen Handel mit CARE Paketen bald ein
+Geld indem die Preise aller anderen Güter ausgedrückt und berechnet
+wurden. Zigaretten wurden in Lagern zum Geld, nicht wegen einer Auflage
+durch deutsche oder britische Offiziere oder durch ein plötzliches
+Übereinkommen: Es entstand ganz natürlich aus dem Tauschhandel der sich
+auf dem spontan entstandenen Markt innerhalb der Lager entwickelt hatte.
+
+Innerhalb all dieser Epochen und Gesellschaften konnten sich jedoch zwei
+Waren mit Leichtigkeit gegenüber alle anderen auf dem Markt als einziges
+Geld etablieren. Sofern eine Gesellschaft Zugang zu ihnen hatten, waren
+diese Gold und Silber.
+
+Warum Gold und Silber? (Im geringen Ausmaß auch Kupfer, sofern die
+anderen beiden nicht verfügbar waren). Es liegt an ihre Überlegenheit im
+Bezug auf für Geld wünschenswerte Qualitäten, nach denen der Markt sie
+selektierte. Gold und Silber waren wegen ihrer Schönheit an und für sich
+sehr wertvoll; ihr Angebot war beschränkt genug um einen relativ
+stabilen Wert zu haben, jedoch nicht so knapp, als dass sie sich
+schlecht in kleinere Mengen aufteilen ließen (bei Platin wäre das etwa
+nicht der Fall); es bestand ein großer Bedarf nach ihnen und sie ließen
+sich leicht transportieren; sie konnten einfach aufgeteilt werden ohne
+dabei an Wert zu verlieren und waren sehr langlebig, sodass sie auf
+praktisch unbeschränkte Zeit ihren Wert erhielten. (Mit einer geringen
+Beimengung anderer Metalle, konnten Goldmünzen tausende Jahre
+überstehen). Außerhalb der hermetisch abgeriegelten
+Kriegsgefangenenlager können Zigaretten nur schlecht als Geld bestehen,
+denn sie sind sehr einfach herzustellen; das wachsende Angebot hätte
+ihren Wert rasant gegen Null laufen lassen. (Ein weiteres Problem mit
+Zigaretten ist ihre kurze Haltbarkeit).
+
+Die Mengen in denen ein Gut auf dem Markt gehandelt wird sind mit
+sachdienlichen Einheiten quantifiziert: Wir Handel in Kilogramm für
+Mehl, Liter für Milch, 20stk-Packungen für Zigaretten, ein Paar
+Schnürsenkel, ein Fernseher, usw. Diese Einheiten lassen sich im
+Wesentlichen auf Zahlen, Gewichte oder Volumen reduzieren. So wird
+Metall unweigerlich in Bezug auf ein Gewicht gehandelt und demnach der
+Preis im Bezug auf ein Gewicht notiert: Tonnen, Kilogramm, Gramm, usw.
+So kommt es, dass Geld üblicherweise mit einer Gewichtseinheit der
+jeweiligen Sprache und Gesellschaft bemessen wird. Entsprechend sind die
+Namen aller modernen Währungseinheiten, mit Ausnahme des Euro,
+ursprünglich eine Bezeichnung für ein bestimmtes Gewicht von Gold oder
+Silber. Warum heißt die Einheit der Britischen Währung "Pfund Sterling"?
+Eben weil es ursprünglich im Mittelalter genau das war: Ein Pfund
+Sterlingsilber. Der Dollar hat seinen Ursprung im Böhmen des
+sechszehnten Jahrhunderts, wo eine beliebte und weit verbreitete Münze
+aus einer Unze Silber vom Grafen Schlick aus dem Joachimsthal gemünzt
+wurde. Sie wurden als Joachimsthaler oder Schlichtenthaler bekannt und
+als bald, wie es die Natur des Menschen nun mal ist, nur noch Taler
+genannt, woraus später in Spanien der Dollar wurde. Als die Vereinigten
+Staaten gegründet wurden, wechselten sie weg von dem Britischen Pfund hin
+zu dem Dollar, definiert als ca. 1/20 Unze Gold oder 4/5 Unzen Silber.
+

File de/03.mkd

View file
+Was ist die optimale Geldmenge?
+===============================
+
+Die Menge an Geld in einem Gebiet oder einer Gesellschaft, bzw. der
+Umfang oder das "Angebot" an Geld ist einfach nur die Summe allen Goldes
+oder des Geldes in dieser Gesellschaft oder Region. Ökonomen
+beschäftigen sich oft mit den Fragen: Was ist die "optimale" Menge an
+Geld, welcher Gesamtbestand an Geld ist zum jetzigen Zeitpunkt
+angebracht? Wie schnell sollte dieser Wachsen?.
+
+Wenn wir diese Fragen genauer betrachten, sollte uns jedoch etwas
+merkwürdiges auffallen. Wir stellen uns schließlich nicht die Fragen:
+Welche Menge an Pfirsiche ist jetzt oder in der Zukunft das "optimale
+Angebot"? Oder Nintendo Spiele? Oder Frauenschuhe? Tatsächlich sind
+solche Fragen an und für sich schon Absurd. Eine wesentliche Tatsache in
+jeder Wirtschaft ist, dass alle Ressourcen, im Bezug auf menschliche
+Bedürfnisse, der Knappheit unterliegen; wenn ein Gut nicht knapp ist, so
+ist es im Überfluss vorhanden und es hat einen entsprechenden Marktwert,
+wie etwa Luft, nämlich Null. Wir können also *ceteris paribus* sagen,
+dass es immer Wünschenswert ist mehr Güter zu haben. Wenn jemand eine
+neue Kupfermine findet, oder eine bessere Möglichkeit entdeckt Weizen
+oder Stahl zu produzieren, dann stellt die größere Menge der Güter einen
+Gewinn für die Gesellschaft dar. Je mehr Güter, desto besser, es sei
+denn wir kehren zum Garten Eden zurück; denn dort herrscht keine
+natürliche Knappheit und der Lebensstandard ist erhöht. Eben weil diese
+Frage derart absurd ist, wird sie praktisch nie gestellt.
+
+Nun müssen wir uns aber fragen, warum das Problem einer optimalen
+Geldmenge aufkommt? Es hat mit der zuvor betrachteten unerlässlichen
+Rolle des Geldes bei jeder Wirtschaft zu tun, wenn sie über einen
+primitiven Stand hinauswachsen soll. Eine Besonderheit des Geldes ist,
+dass es einer Gesellschaft zwar enorme Vorteile bringt, es jedoch nicht
+wie bei allen anderen Gütern, *ceteris paribus*, besser ist mehr davon
+zu haben. Denn eine größere Menge anderer Güter sorgt entweder für mehr
+Konsumgüter die genutzt werden können oder es sorgt für mehr Ressourcen
+und Kapital, welche für die Herstellung einer größeren Menge an
+Konsumgüter benutzt werden können. Welchen direkten Vorteil hat jedoch
+eine Erhöhung des Angebots an Geld?
+
+Geld kann man schließlich weder Essen noch für die Produktion
+gebrauchen. Die Geldware, mit ihrer Funktion als Geld kann nur benutzt
+werden um es gegen Waren und Dienstleistungen einzutauschen, um den
+Transfer dieser Güter zu gewährleisten und um wirtschaftliche
+Kalkulation zu ermöglichen. Sobald ein Geld sich jedoch auf dem Markt
+etabliert hat, muss sein Angebot nicht erhöht werden und solche
+Erhöhungen hätten keinen echten gesellschaftlichen Nutzen. Wir wissen
+aus der allgemeinen Wirtschaftstheorie, dass die Erhöhung des Angebots
+von einem Gut zu einer Verringerung von seinem Preise führt. Solche
+Erhöhungen haben bei jedem Produkt außer dem Geld einen
+gesellschaftlichen Nutzen, denn sie bedeuten, dass die Produktion und
+der Wohlstand aufgrund der Nachfrage von Konsumenten erhöht wurden.
+Wenn Stahl, Brot oder Häuser im größeren Umfang und billiger sind als
+vorher, ist der Wohlstand aller vergrößert. Das Angebot an Geld zu
+erhöhen kann jedoch nichts an der natürlichen Knappheit der Konsum- oder
+Kapitalgüter ändern; es sorgt lediglich dafür, dass der Dollar oder Euro
+billiger wird, d.h. seine Kaufkraft im Bezug auf alle anderen Waren und
+Dienstleistungen wird verringert. Sobald eine Ware auf dem Markt als
+Geld etabliert ist, setzten seine Stärken als Tauschmittel und
+Instrument zur wirtschaftlichen Kalkulation ein. Die Menge an Dollar zu
+erhöhen kann einzig und allein dafür sorgen, dass der Nutzen, also die
+Kaufkraft, von jedem einzelnen Dollar beeinträchtigt wird.
+
+Müssen wir daraus schließen, dass bei einer Gold gedeckten Währung,
+jeder Abbau und die Produktion von Gold eine Verschwendung ist? Nein,
+denn wenn sich die Menge an Gold vergrößert, kann es für seine nicht
+geldliche Funktionen eingesetzt werden: mehr Schmuck, Verzierungen,
+Zahnfüllungen usw. zu einem günstigeren Preis. Mehr Gold *als Geld*
+braucht eine Wirtschaft jedoch nicht. Geld ist demnach einzigartig
+unter Waren und Dienstleistungen, denn die Vergrößerungen von seinem
+Angebot ist weder von Vorteil noch ist sie nötig; tatsächlich kann solch
+eine Vergrößerung lediglich den einzigartigen Wert des Geldes
+verwässern: Es Wert zu sein etwas dagegen einzutauschen.

File de/04.mkd

View file
+Inflation und Fälschung von Geld
+================================
+
+Nehmen wir an ein Edelmetall, wie etwa Gold, wird zum Geld einer
+Gesellschaft und ein bestimmtes Gewicht an Gold wird zur Einheit des
+Geldes, worin alle Preise ausgedrückt werden. Solange die Gesellschaft
+diesen Gold- oder Silberstandard beibehält, wird die zusätzliche Menge
+an Geld in jedem Jahr durch den Abbau in Goldbergwerke wahrscheinlich
+sehr gering sein. Die Gesamtmenge an Gold ist sehr beschränkt und es ist
+sehr kostspielig mehr Gold abzubauen; desweiteren hat die große
+Haltbarkeit von Gold zur Folge, dass die jährliche Produktion sehr
+gering sein wird, verglichen mit der bisher über die Jahrhunderte
+angehäufte Menge an Gold. Die Währung wird einen relativ stabilen Wert
+beibehalten; in einer wachsenden Wirtschaft wird die erhöhte jährliche
+Produktion von Gütern das beständige Wachstum der Geldmenge mehr als
+ausgleichen. Daraus resultiert ein ständig sinkendes Preisniveau, eine
+jährliche Erhöhung der Kaufkraft von jeder einzelnen Einheit des Geldes
+bzw. von jedem Gramm Gold. Das leicht fallende Preisniveau bedeute einen
+beständigen Anstieg in der Kaufkraft von dem Dollar oder dem Euro, womit
+Sparen und Investition in zukünftige Produktion angeregt wird. Sich
+erhöhende Produktion und fallende Preise sind ein Zeichen des steigenden
+Wohlstands für jede Person in einer Gesellschaft. Typischerweise fallen
+die Lebenskosten stetig, während die nominalen Löhne gleich bleiben, was
+gleichbedeutend mit einer Erhöhung der "echten" Löhne ist, bzw. mit
+einer jährlichen Erhöhung des Wohlstands von jedem einzelnen Arbeiter.
+Wir haben uns mittlerweile derart an ständige Preisinflation gewöhnt,
+dass die Idee jährlich *fallender* Preise nur schwer zu begreifen ist.
+Dennoch fielen Preise im allgemeinen mit jedem Jahr seit Anfang der
+Industriellen Revolution Mitte des achtzehnten Jahrhunderts bis 1940.
+Ausgenommen davon waren Kriegszeiten in denen Regierungen anfingen
+radikale Inflation zu betreiben und Preise in die Höhe zu treiben,
+wonach der Trend fallender Preise sich jedoch wieder fortsetzte. Hierbei
+müssen wir beachten, dass fallende Preise nicht gleichbedeutend mit
+einer Depression sind, denn die Produktionskosten verringerten sich
+aufgrund erhöhter Produktivität ebenfalls, sodass Profite nicht fielen.
+Wenn wir uns den spektakulären Preisverfall der letzten Jahre innerhalb
+bestimmter Branchen anschauen, wie etwa Computer, Fernseher und
+Mobiltelefone, sehen wir, dass fallende Preise keinesfalls eine
+Depression implizieren müssen.
+
+Lasst uns jedoch annehmen, dass innerhalb von diesem Idyll des
+Wohlstands starker Währungen und erfolgreicher wirtschaftlicher
+Kalkulation, eine Schlange in Eden erscheint: Die Versuchung der
+Fälschung, also ein nahezu wertloses Objekt so zu gestalten, dass
+Menschen es für echtes Geld verwechseln. Es ist aufschlussreich wenn wir
+das resultierende Ergebnis nachvollziehen. Durch Fälschung entsteht
+ein Problem, sofern sie "erfolgreich" ist, d.h. sofern die Fälschungen
+nicht entlarvt werden.
+
+Stellen wir uns vor, dass Hinz und Kunz die perfekte Fälschung erfunden
+haben: Bei einem Goldstandard wäre das ein Objekt aus Messing oder
+Plastik, welches nicht von einer Goldmünze zu unterscheiden ist, oder im
+Falle des derzeitigen Papiergelds, ein $10 Schein der eine exakte Kopie
+einer $10 Banknote aus der US-Notenbank darstellt. Was würde geschehen?
+
+Zunächst würde die Gesamtmenge des Geldes im Land um die Menge des
+gefälschten Geldes zunehmen; nicht weniger wichtig ist die Tatsache,
+dass die Fälscher dieses Geld als *erste* in die Hände bekommen. Kurz
+gesagt, die Fälschung hat zwei Folgen: (1) Das absolute Angebot an Geld
+wird vergrößert, wodurch die Preise von Waren und Dienstleistungen
+hochgetrieben werden und die Kaufkraft jeder einzelnen Einheit des
+Geldes sich verringert; und (2) da eine unverhältnismäßig größere Menge
+an Geld in den Händen der Fälscher gerät, wird die Verteilung von
+Einkommen und Vermögen zu ihrem Gunsten verändert.
+
+Mit dem ersten Teil von diesem Ablauf, die Vergrößerung von dem
+absoluten Angebot an Geld in einem Land, beschäftigten sich die Briten
+der Klassischen Nationalökonomie wie David Hume oder Ricardo. Die
+Geldmenge ist der Schwerpunkt ihrer "Quantitätstheorie" und wird heute
+noch von Milton Friedman und den Monetaristen der "Chicagoer Schule"
+verfolgt. Um die inflationäre und unproduktive Wirkung des Papiergeldes
+zu zeigen, benutzte David Hume ein Modell, dass ich auch gerne das
+Modell vom "Erzengel Gabriel" nenne. In diesem Modell steigt der
+Erzengel Gabriel vom Himmel herab, um die Gebete nach mehr Geld zu
+erhören und verdoppelt von heut auf morgen den Geldbestand jeder Person.
+(In diesem Fall ist der Erzengel Gabriel der "Fälscher", wenn auch mit
+guter Absicht). Es ist klar, dass jeder wegen der scheinbaren
+Verdoppelung seines geldlichen Reichtums zwar euphorisch wäre, die
+Gesellschaft jedoch in keiner Weise besser dasteht als vorher: Denn es
+hat sich weder an dem Kapital, der Produktivität oder dem Angebot an
+Güter etwas geändert. Sobald die Menschen herauseilen um ihr neues Geld
+auszugeben, wäre die einzige Wirkung eine ungefähre Verdoppelung aller
+Preise und eine Halbierung der Kaufkraft von jedem Dollar oder Euro,
+ohne irgend einen gesellschaftlichen Nutzen. Eine Vermehrung des Geldes
+kann lediglich seine Effektivität verwässern. Milton Friedman hat eine
+modernere aber gleichermaßen märchenhafte Version von diesem Modell, den
+er als "Helikopter Effekt" bezeichnet. Hierbei sieht er die jährliche
+Vermehrung des Geldes durch die US-Notenbank analog zu einem magischen
+Helikopter der Regierung, dass über jede Person Geld herabrieseln
+lässt, proportional zu seinem derzeitigen Geldbestand.
+
+Die Analyse von Hume ist soweit es geht zwar aufschlussreich und
+richtig, es übersieht jedoch die wesentliche Folge der Umverteilung. Bei
+dem "Helikopter Effekt" von Friedman wird die Analyse erheblich
+verzerrt, da es so konstruiert ist, dass jede umverteilende Wirkung von
+vorn herein ausgeschlossen wird. Im wesentlichen können wir zwar
+annehmen, dass der Erzengel Gabriel gutmütig motiviert ist, die gleiche
+Annahme für eine fälschende Regierung oder für die US-Notenbank können
+wir jedoch nicht machen. Tatsächlich stellt sich für jeden irdischen
+Fälscher die Frage nach dem Sinn von Fälschung, wenn jede Person das
+neue Geld anteilig erhält.
+
+Demnach ist im echten leben der ganze Sinn der Fälschung ein Prozess in
+Gang zu setzen, ein Prozess bei dem neues Geld von einer Tasche in eine
+andere wandert und nicht das Ergebnis einer magischen, proportionalen
+und gleichzeitigen Ausweitung der Geldmenge in den Taschen aller
+Personen. Ob Fälschung durch die Herstellung von Münzen aus Messing oder
+Plastik um Gold zu emulieren geschieht, oder durch bedruckte
+Papierscheine die denen der Regierung gleichen, bei der Fälschung ist es
+immer der Fälscher der das neue Geld als erster erhält. Dieser Vorgang
+wurde in einer alten Karikatur des *New Yorker* verzeichnet, bei dem
+eine Fälschergruppe zuschaut wie ihr erster $10 Schein aus der
+Druckerpresse herauskommt. Einer äußert dabei: "Junge, jetzt können wir
+hier in der Gegend die *Einzelhandelsausgaben* ankurbeln!"
+
+Und das konnten sie tatsächlich. Die ersten die das neue Geld bekommen
+sind die Fälscher, die es dann benutzen um diverse Waren und
+Dienstleistungen zu erwerben. Die zweiten die das Geld bekommen sind die
+Händler die diese Güter an die Fälscher verkaufen. So sickert das neue
+Geld weiter durch das System von einer Tasche in die nächste. Bei diesem
+Vorgang geschieht die Umverteilung sehr schnell. Zunächst die Fälscher,
+dann die Händler, usw. bekommen neues Geld und Einkommen womit sie auf
+Waren und Dienstleistungen bieten, die Nachfrage erhöhen und damit auch
+die Preise der von ihnen gekauften Güter hochtreiben. Während die Preise
+anfangen als Reaktion auf die größere Menge an Geld zu steigen, müssen
+diejenigen die kein neues Geld erhalten haben feststellen, dass die
+Preis der von ihnen gekauften Güter zwar gestiegen sind, die
+Verkaufspreise für ihre eigenen Güter bzw. ihre Einkommen jedoch nicht
+gestiegen sind. Kurz gesagt, diejenigen die bei diesem Ablauf das neue
+Geld als erste erhalten, profitieren auf kosten derjenigen die das Geld
+erst später erhalten und umso mehr Verlierern solche Personen (wie etwa
+solche mit festem Einkommen aus Pensionen, Zinsen oder Renten) die das
+Geld niemals erhalten. Die Inflation des Geldes hat demnach die Wirkung
+einer versteckten "Steuer", wodurch Personen die das Geld früher
+bekommen diejenigen enteignen (d.h. auf ihre Kosten profitieren) die es
+später bekommen. Derjenige der das Geld als erster erhält ist freilich
+der Fälscher selbst und demnach profitiert er am meisten. Diese Steuer
+ist besonders hinterlistig, da sie in dem Geld- und Bankenwesen
+versteckt ist, von dem nur wenige ein gutes Verständnis haben und weil
+es nur allzu leicht ist die Schuld auf steigende Preise zu schieben,
+also die von der Inflation des Geldes erzeugte "Preisinflation" irgend
+einer leicht zu denunzierenden Minderheit anzulasten, sei es gierige
+Kapitalisten, Spekulanten oder ausgabefreudige Konsumenten. Es ist
+offensichtlich auch im Interesse der Fälscher von ihrer eigenen
+wesentlichen Rolle abzulenken, indem sie jede erdenkliche soziale Gruppe
+und Institution als für die Preisinflation verantwortlich denunzieren.
+
+Besonders heimtückisch und zerstörerisch an dem Ablauf der Inflation
+ist, dass jeder einzelne sich zwar freut mehr Geld zu haben, sich alle
+jedoch über die Folgen beschweren wenn es tatsächlich mehr Geld gibt,
+nämlich die höheren Preise. Da es jedoch eine unumgängliche Verzögerung
+zwischen dem Anstieg der Geldmenge gibt und dem daraus folgenden Anstieg
+der Preise, und da die Öffentlichkeit wenig Wissen über die Ökonomie des
+Geldes hat, ist es nur all zu leicht ihre Schuldzuweisung eher auf
+sichtbare Gruppen zu lenken als auf die Fälscher.
+
+Der große Fehler aller Anhänger der Quantitätstheorie, seien es die
+Briten der Klassik oder Milton Friedman, ist anzunehmen, dass Geld
+lediglich ein "Schleier" ist, und dass eine Erhöhung der Geldmenge sich
+lediglich auf das Preisniveau oder auf die Kaufkraft einer Einheit des
+Geldes auswirkt. Im Gegenteil, es ist eines der beachtenswerten Beiträge
+von Ökonomen der "Österreichischen Schule" und ihre Vorgänger wie der
+Irisch-Französische Ökonom Richard Cantillon, der im frühen achtzehnten
+Jahrhundert nicht nur auf die Gesamtwirkung einer Vermehrung des Geldes
+hinwies, sondern auch auf die Änderungen der Verteilung von Einkommen
+und Vermögen. Die langsame Ausbreitung ändert auch die Struktur der
+Preise im Verhältnis zueinander und demnach auch die Arten und Mengen
+der Güter die produziert werden. Diese Veränderungen richten sich nach
+den Vorlieben der Fälscher und anderer die das Geld früher erhalten und
+haben dadurch die Wirkung einer "Besteuerung" derjenigen die das Geld
+später erhalten, zugunsten derer die das Geld früher erhalten.
+Desweiteren, sind diese Änderungen der Verteilung von Einkommen,
+Ausgaben, relative Preise, und Produktion etwas permanentes und sie
+verschwinden nicht einfach wie es die Anhänger der Quantitätstheorie
+ungeniert annehmen, sobald sich die Auswirkungen der Vermehrung des
+Geldes ausgebreitet haben.
+
+Die Erkenntnis der Österreichischen Schule ist zusammengefasst, dass
+Fälschung weit schwerwiegendere Folgen für die Wirtschaft hat als
+einfach nur eine Inflation des Preisniveaus. Sie verursacht andere
+permanente Verzerrungen in der Wirtschaft, weg von der Struktur des
+freien Marktes, welches auf die Nachfrage von Konsumenten und
+Eigentümern in der freien Wirtschaft reagiert. Nun kommen wir zu einem
+wichtigen Aspekt der Fälschung den wir nicht übersehen dürfen.
+Zusätzlich zu den eher beschränkten wirtschaftlichen Verzerrungen und
+seine bedauerlichen Folgen, verkrüppelt Fälschung von Geld das
+moralische Fundament sowie die Eigentumsrechte die jeder freien
+Marktwirtschaft zugrundeliegen.
+
+Betrachten wir vor diesem Hintergrund den freien Markt einer
+Gesellschaft die Gold als Geld benutzt. In solch einer Gesellschaft ist
+es auf dreierlei Art möglich Geld anzueignen: (a) indem man es in einer
+Mine abbaut; (b) indem man eine Ware oder Dienstleistung gegen das Gold
+eines anderen austauscht; oder (c) indem man das Gold durch freiwillige
+Schenkung von einem anderen Goldbesitzer erhält. Bei all diesen
+Vorgängen werden die Rechte von jedem an sein Privateigentum respektiert
+und verteidigt. Sagen wir, dass nun ein Fälscher erscheint. Indem er
+gefälschte Goldmünzen herstellt, kann er durch Betrug zum Eigentümer von
+Geld werden, womit er auf dem Markt Ressourcen erlangt, indem er die
+rechtmäßige Eigentümer von Gold überbietet. So beraubt er die
+derzeitigen Eigentümer von Gold ebenso sicher und noch umfassender, als
+wenn er ihre Häuser oder Tresore geplündert hätte. Denn auf diese Art,
+kann er ohne tatsächlich auf anderer Personen Grundstücke einzubrechen,
+sie hinterlistig die Früchte ihrer Arbeit berauben, und zwar auf Kosten
+aller andere Geldbesitzer, insbesonderen derjenigen die das neue Geld
+als letzte erhalten.
+
+Fälschung ist deshalb inflationär, umverteilend, es verzerrt das
+Wirtschaftssystem und ist im Wesentlichen ein heimlicher und
+heimtückischer Diebstahl und eine Enteignung aller legitimen Eigentümer
+der Gesellschaft.

File de/05.mkd

View file
+Legalisierte F�lschung
+======================
+
+F�lscher haben im Allgemeinen kein hohes Ansehen und aus gutem Grund.
+Gold und Silber eignen sich unter anderem als Geld, weil sie leicht zu
+erkennen sind und F�lschungen sie nur schwer simulieren k�nnen. Die
+Praxis Metall von M�nzen abzuschaben wurde durch Rillen an den Seiten
+der M�nzen effektiv beendet. F�lschungen durch Privatpersonen war
+deshalb nie ein wesentliches Problem. Was ist jedoch wenn Geldf�lschung
+von Regierungen entweder genehmigt oder selbst betrieben wird?
+Geldf�lschung wird dann wahrhaftig zu einem gravierenden
+wirtschaftlichen und sozialen Problem. Denn niemand besch�tzt unseres
+Eigentum vor der Pl�nderung durch unsere Besch�tzer.
+
+Historisch betrachtet, gab es zwei bedeutende Arten legalisierter
+Geldf�lschung. Eine Form ist von Regierungen gedrucktes Papiergeld.
+Stellen wir uns einen Goldstandard vor bei dem die W�hrungseinheit einer
+Gesellschaft, ein sogenannter "Dollar", als 1/20 einer Unze Gold
+definiert ist. Zun�chst werden M�nzen mit einer zertifizierten Menge an
+Gold gem�nzt. Irgendwann, in den Kolonien Nord Amerikas um 1690,
+entscheidet sich eine zentrale Regierung, m�glicherweise weil es kein
+Gold mehr hat, Scheine aus Papier mit dem Nennwert eines Goldgewichts zu
+drucken. Am Anfang druckt die Regierung Geld als w�re es dem Gewicht in
+Gold gleich: Ein "zehn Dollar" Schein, bzw. Papiernote, hat seinen
+Nennwert weil es das gleiche ist wie eine "zehn Dollar" M�nze aus Gold,
+d.h. eine M�nze mit einer halben Unze Gold. Die �quivalenz wird zun�chst
+gewahrt indem die Regierung verspricht die Scheine gegen das
+aufgedruckte Gewicht an Gold einzul�sen, sollte an seinem Schatzhaus
+eingel�st werden. Eine "zehn Dollar" Note ist ein Versprechen zum
+Einl�sen gegen eine halbe Unze Gold. Wenn die Regierung am Anfang kein
+Gold hatte, wie es 1690 in Massachusetts der Fall war, verspricht sie
+explizit oder implizit die Scheine sehr bald (ca. ein, zwei Jahre) gegen
+echtes Gold zu tauschen. Wenn die Regierung noch etwas Vertrauen in der
+Bev�lkerung genie�t kann es sein, dass diese Noten, zumindest vorl�ufig,
+als �quivalent zu Gold gehandhabt werden.
+
+Solange die Papiernoten im Markt als �quivalent zum Gold behandeln
+werden, z�hlen die neu herausgegebenen Scheine zus�tzlich zu der
+Gesamtmenge an Geld und haben die zus�tzliche Funktion das Einkommen und
+Verm�gen der Gesellschaft umzuverteilen. Stellen wir uns also vor, dass
+die Regierung aus irgend einem Grund ganz schnell Geld braucht. Es hat
+lediglich einen Goldvorrat von $2 Millionen; es gibt umgehend $5
+Millionen in Form von Scheinen f�r das gew�nschte Vorhaben aus: Es leiht
+zum Beispiel Geld an Verwandte der obersten Regierungsbeamten. Nehmen
+wir z.B. an, dass die Menge an Gold in dem Land $10 Millionen
+entspricht, von denen $2 Millionen bei der Regierung liegen; dann erh�ht
+die Herausgabe weiterer $5 Millionen an Scheinen die Geldmenge um 50%.
+Das neue Geld ist jedoch nicht gleichm��ig verteilt; ganz im Gegenteil,
+die neuen $5 Millionen gehen als erstes an die Regierung. Danach an die
+Verwandten der Beamten, dann an diejenigen die Waren und
+Dienstleistungen an diese Verwandten verkaufen, usw.
+
+Wenn die Regierung der Versuchung verf�llt eine gro�e Menge neues Geld
+zu drucken, werden Preise nicht nur in die H�he schie�en, sondern die
+"Qualit�t" des Geldes wird in dieser Gesellschaft angezweifelt werden.
+Da die Scheine noch nicht eingel�st werden k�nnen, werden sie auf dem
+Markt im Vergleich zum Gold vorzeitig abgewertet, und wenn die Scheine
+�berhaupt nicht gegen Gold eingel�st werden k�nnen, wird diese Abwertung
+sich noch beschleunigen. In der Amerikanischen Revolution wurden vom
+Kontinentalkongress eine gro�e Menge Papierdollar herausgegeben, die
+nicht eingel�st werden konnten und sehr bald radikal abgewertet wurden.
+Es dauerte nur ein paar Jahre bis sie derart wertlos wurden, dass sie
+vom Umlauf v�llig verschwanden. Als Folge dieser z�gellosen Abwertung
+und des schnellen Wertverfalls vom Kontinentaldollar, hat sich in der
+amerikanischen Folklore der Spruch festgesetzt, "nicht
+einen Koninental wert" (engl. "not worth a Continental").

File de/06.mkd

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+Bankkredit
+==========
+
+Papier von einer Regierung, so schädlich es auch sein mag, ist eine
+relativ ehrliche Art der Fälschung. Die Öffentlichkeit versteht das
+Konzept "Geld zu drucken" und auszugeben, und kann verstehen warum eine
+Flut solcher Geldscheine dazu führen wird, dass sie sehr viel weniger
+wert sein werden als Gold oder durch Gold gedecktes Papiergeld mit dem
+gleichen Nennwert, sei es "Dollar", "Pfund", "Mark" oder "Euro". Viel
+schwerer zu verstehen, und deshalb auch viel hinterlistiger sind jedoch
+die Natur und die Folgen des "Teilreservensystems", eine viel subtilere
+moderne Art der Geldfälschung. Es ist nicht schwierig die Folgen einer
+Flut von neuem Geld für eine Gesellschaft zu sehen; es ist jedoch weit
+schwieriger sich das Ergebnis der Ausweitung von nicht greifbare
+Bankkredite vorzustellen.
+
+Eines der großen Probleme bei der Analyse des Bankwesens ist, dass das
+Wort "Bank" mehrere sehr verschiedene und widersprüchliche Funktionen
+und Tätigkeiten umfasst. Die Mehrdeutigkeit von dem Konzept einer "Bank"
+kann mehrere Sünden umfassen. Als Bank kann man z.B. "jede Institution
+die Geld ausleiht" betrachten. Die frühsten "Kreditbanken" waren
+Kaufleute die im Handel ganz natürlich mit ihren Kunden Geschäfte
+mittels kurzfristiger Kredite betrieben und von ihnen für ihre Kredite
+einen Zins verlangten. Die frühsten Banker fingen als Kaufleute an und
+wenn sie Kredite in produktive Unternehmen investierten, wie bei
+den erfolgreichen Familien Ricci und Medici aus der italienischen
+Renaissance, wurden sie eher Banker als Kaufleute. Es sollte klar
+sein, dass die erwähnten Kredite nicht mit einer inflationären
+Geldschöpfung verbunden waren. Medici verkauften Güter für 10 Unzen
+Gold und ließen ihre Kunden über eine Zeit von sechs Monaten inklusive
+einem Zins zahlen, sodass die Geldmenge in keinster Weise ausgeweitet
+wurde. Die Kunden der Medici Familie zahlten nicht sofort für die Güter,
+sondern warteten mehrere Monate und zahlten Gold oder Silber mit einer
+zusätzlichen Gebühr für die verzögerte Zahlung.
+
+Diese Art von Krediten sind nicht inflationär, unabhängig davon welches
+Geld in einer Gesellschaft verwendet wird, sei es Gold oder Papiergeld
+von einer Regierung. Stellen wir uns also im heutigen Amerika vor, dass
+ich die Rothbard Kreditbank aufmache. Ich hab $10.000 angespart und
+investiere sie in diese Bank. Auf meiner Bilanz, Abbild 1, stehen sie auf
+der linken Seite als Aktiva und auf der rechten Seite stehen die Passiva
+bzw. die Mittelherkunft, die in ihrer Summe übereinstimmen müssen:
+
+![](images/img02.png)
+
+Die Bank kann nun mit ihrem Geschäft beginnen; die $10.000 Bargeld
+Aktiva gehören mir selbst.
+
+Stellen wir uns nun vor, $9.000 werden verzinst an Hans ausgeliehen. Die
+Bilanz sieht nun wie in Abbild 2 aus.
+
+![](images/img03.png)
+
+Die vergrößerte Menge an Aktiva sind den Zinsen in Höhe von $500
+zuzuschreiben. Das Wichtige ist zu beachten, dass hier in keinster Weise
+Geld erschaffen wurde, weder in Form von Gold noch in einer anderen
+üblichen Form. Bares Geld wurde von mir angespart, an Hans verliehen
+der es ausgeben wird und mir mit einem zusätzlichen Zins zurückzahlen
+wird, usw. Das Wesentliche ist, dass diese Bank nicht betrügt, Geld
+schöpft oder Fälschung betreibt. Jede Transaktion war regulär, und
+unternehmerisch produktiv. Wenn Hans bankrott geht und nicht
+zurückzahlen kann, handelte es sich um eine übliche unternehmerische
+Fehlentscheidung.
+
+Wenn die Rothbard Bank erfolgreich ist und mehr Partner bekommt
+oder sogar mehr Kapital anlockt und aufnimmt, würde sich das
+Geschäft ausweiten aber die Natur dieser Kreditbank bliebe gleich;
+nichts an ihrem Betrieb wäre inflationär oder betrügerisch.
+
+Bis hierher haben wir eine Kreditbank zu tun, die ihr eigenes Kapital
+investiert. Die meisten Menschen sind jedoch der Auffassung, dass
+"Banken" Geld von einer Gruppe Menschen leiht und dieses Geld an eine
+Andere ausleiht. Dabei verdienen sie durch Zinsen Geld, indem sie ihre
+Expertise nutzen um produktive Unternehmungen zu suchen und sie mit
+Kapital zu versorgen. Wie könnte man solch eine Leih-Verleih Bank
+betreiben?
+
+Lasst uns die Rothbard Kreditbank anhand von Abbild 3 betrachten und
+annehmen, dass die Bank von der Öffentlichkeit Geld leiht mit einer
+Frist zur Rückzahlung von sechs Monate oder einem Jahr. Wenn wir nun von
+der Verzinsung absehen und annehmen die Rothbard Bank leiht $40.000 und
+verleiht sie wieder, erhalten wir die folgende Bilanz:
+
+![](images/img04.png)
+
+Wichtig ist wieder zu erkennen, dass die Bank gewachsen ist, Geld
+geliehen und verliehen hat, und keinerlei neues Geld erschaffen hat,
+keine betrügerischen Aktivitäten unternimmt und kein Geld fälscht. Wenn
+die Rothbard Bank einen schlechten Kredit vergibt, handelt es sich um
+einen üblichen unternehmerischen Fehler. Bis hier hin betreiben
+Kreditbanken eine völlig legitime und produktive Aktivität.

File de/07.mkd

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+Bankeinlagen
+============
+
+Wir kommen dem Kern des Problems näher sobald wir merken, dass es
+historisch betrachtet eine ganz andere Art von "Bank" gegeben hat; diese
+hatte zwar nicht unbedingt eine logische aber häufig eine praktische
+Verbindung zu einer Kreditbank. Goldmünzen sind oftmals schwer,
+schwierig zu transportieren und der Gefahr ausgesetzt verloren oder
+gestohlen zu werden. Es etablierte sich die Praxis die eigenen Münzen
+oder Gold- und Silber Bullion bei Institutionen als "Einlagen" sicher
+aufzubewahren. Diese Funktion kann als eine Art Lagerung von Geld
+betrachtet werden. Wie bei jedem anderen Lagerhaus, bekommt der
+"Einleger" einen Lagerschein/Obligation welches den Inhaber zu jeder
+Zeit auf Anfrage berechtigt sein Gut zurückzubekommen, d.h das Lager
+dazu verpflichtet beim Vorzeigen der Obligation (Sichtwechsel) es gegen
+das Gut zu tauschen. Der Inhaber der Obligation zahlt beim Eintauschen
+eine Gebühr für die Lagerung und bekommt seine Gut zurück.
+
+Als Erstes ist an dieser Art von Einlage festzustellen, dass es sehr
+eigenartig wäre zu sagen, dass das Lagerhaus einen Stuhl oder eine Uhr
+die von einem Einleger abgegeben wurde "schuldet", dass das Lagerhaus
+ein "Kreditnehmer" ist und der Einleger "Kreditgeber". Nehmen wir
+beispielsweise an, dass Ihnen ein wertvoller Stuhl gehört den Sie in ein
+Lagerhaus zur sicheren Aufbewahrung über die Sommerferien einlagern.
+Sie kommen im Herbst zurück und der Betreiber des Lagerhauses sagt
+Ihnen, "Nun ja, tut mir leid werter Herr, wir haben in den letzten
+Monaten bei unseren Unternehmungen Verluste erlitten und können ihren
+Kredit (den Stuhl) den wir Ihnen schulden nicht zurückzahlen.". Würden
+Sie Ihre Schultern zucken und das ganze als "schlechten Kredit" oder
+fehlerhafte unternehmerische Entscheidung vom Betreiber des Lagers
+abschreiben? Sicherlich nicht. Sie wären mit Recht empört, denn Sie
+erachteten die Einlage Ihres Stuhls in einem Lagerhaus nicht als eine
+Art "Kredit" oder "Darlehen" an den Betreiber des Lagerhauses. Sie haben
+den Stuhl nicht an Ihn verliehen; der Stuhl gehört weiterhin Ihnen und
+sie haben es ihm anvertraut. Er "schuldet" Ihnen den Stuhl nicht; der
+Stuhl ist und bleibt ihr Eigentum; er bewahrt es sicher auf. Wenn der
+Stuhl nicht da ist sobald sie zurückkehren, rufen Sie die Polizei und
+rufen mit Recht "Dieb!". Sie und das Gesetz erachten den Betreiber des
+Lagerhauses, der angesichts Ihres fehlenden Stuhls die Schultern zuckt,
+nicht als jemand der einen bedauerlichen unternehmerischen Fehler
+gemacht hat, sondern als Krimineller der Ihr Eigentum gestohlen hat.
+Genau genommen, würden Sie und das Gesetz den Betreiber des Lagerhauses
+der "Veruntreuung" beschuldigen, im Wörterbuch definiert als "die
+unberechtigte Aneignung einer Sache, die einem anvertraut wurde".
+
+Güter in ein Lagerhaus (oder alternativ in einem Schließfach)
+einzulagern ist mit anderen Worten nicht ein "Kreditvertrag"; nach
+gesetzlicher Auffassung handelt es sich um ein Art Kaution bei dem der
+Einlagernde sein Eigentum im Besitz und Schutz des Aufbewahrenden (im
+Lagerhaus) lässt. Wenn ein Lagerhaus sich mit der Zeit einen Guten Ruf
+erarbeitet, werden die von ihm herausgegebenen Obligationen als
+Äquivalent zu den eigentlichen Gegenständen gehandelt. Die Obligation
+von einem Lagerhaus ist natürlich für jeden Gültig der es am Lager
+einreicht; somit wird es gehandelt als wäre es das Gut selbst. Wenn ich
+von Ihnen ein Stuhl kaufe, muss ich es nicht unbedingt gleich haben
+wollen. Wenn ich mit dem Lagerhaus von Walter vertraut bin, werde ich
+eine Obligation für den Stuhl im Lagerhaus von Walter als äquivalent zu
+einem eigentlichen Stuhl betrachten. Sowie Eigentum an einem Stück Land
+durch eine Urkunde gekennzeichnet ist, so stellt die Obligation für eine
+Ware oder Dienstleistung einen Anspruch auf das eigentliche Gut dar, und
+kann als Stellvertreter dafür dienen.[^1]
+
+[^1]: Armistead Dobie schreibt deshalb: "der Transfer einer Obligation
+    von einem Warenhaus, überträgt im Allgemeinen die gleichen
+    Eigentumsrechte als würden tatsächlich gelieferte Waren
+    gehandelt." Armistead M. Dobie: *Handbook on the Law of
+    Bailments and Carriers* (St. Paul, Minn.: West Publishing, S. 163.
+
+Stellen wir uns vor Sie kommen von Ihrem Sommerurlaub zurück, fragen
+nach Ihrem Stuhl und der Betreiber des Lagerhauses antwortet, "Nun, mein
+Herr, ich habe Ihren bestimmten Stuhl zwar nicht, hier ist jedoch
+ebensogutes Exemplar.". Sie wären praktisch ebenso empört wie zuvor und
+würden die Polizei rufen: "Ich möchte verdammt nochmal *mein* Stuhl!".
+So kommt es, dass beim Betrieb eines üblichen Lagerhauses die Versuchung
+der Veruntreuung sehr beschränkt wird. Jeder möchte bei Ihnen ihr ganz
+bestimmtes Eigentum aufbewahren, und Sie können sich nie sicher sein ob
+die Kunden es einlösen wollen.
+
+Manche Güter sind jedoch etwas besonderes. Sie sind homogen, sodass
+keiner eine bestimmte Einheit von einer Anderen unterscheiden kann.
+Solche Güter sind dem Gesetz nach "ersetzbar" und jede Einheit des Gutes
+kann jedes andere ersetzen. Getreide ist ein typisches Beispiel. Wenn
+jemand 1000m³ Getreide ersten Grades in ein Getreidesilo einlagert,
+interessiert er sich lediglich dafür 1000³ Getreide der gleichen
+Qualität gegen sein Lagerschein eintauschen zu können. Es ist nicht von
+Interesse ob es *genau die selben* Getreidekörner sind die er
+tatsächlich zuvor eingelagert hat.
+
+Leider lässt diese Gleichgültigkeit über spezifische Güter ein weites
+Tor für Veruntreuung durch den Betreiber des Lagers offen. Der Betreiber
+könnte der Versuchung erliegen wie folgt zu denken: "Es stimmt zwar,
+dass das gesamte Getreide irgendwann zu einer Mühle gebracht wird, in
+der Zwischenzeit habe ich jedoch immer eine bestimmte Menge Getreide in
+meinem Lager die keiner beansprucht. Ich habe deshalb einen gewissen
+Spielraum in dem ich das Getreide eines Anderen nutzen kann um mir einen
+Profit zu verdienen.". Anstatt dem Vertrauen gerecht zu werden und
+seinen Vertrag zu wahren indem er das ganze Getreide aufbewahrt, wird er
+der Versuchung erliegen einen gewissen Grad der Veruntreuung zu verüben.
+Wahrscheinlich wird er das Getreide nicht tatsächlich aus dem Lager
+nehmen oder verkaufen. Er wird eher eine viel ausgeklügeltere
+Möglichkeit benutzen um mit seinem Getreidesilo zu betrügen, nämlich
+Lagerscheine zu *fälschen* um sie dann an Spekulanten auf dem
+Rohstoffmarkt zu verkaufen. An dem eigentlichen Getreide in seinem Lager
+hat sich nichts geändert; jetzt hat er jedoch gefälschte Lagerscheine
+gedruckt die weder von Waren gedeckt sind noch von echten Lagerscheinen zu
+unterscheiden sind.
+
+Lagerhäuser die ehrlich betrieben werden, also solche bei denen jeder
+Lagerschein durch Güter gedeckt ist, können wir als "100 Prozent
+Lagerhaus" bezeichnen, d.h. jeder Lagerschein ist durch das Gut gedeckt
+wofür es herausgegeben wurde. Wenn der Betreiber des Lagerhauses jedoch
+gefälschte Lagerscheine herausgibt, sodass das Getreide im Lagerhaus
+lediglich für einen Bruchteil (bzw. weniger als 100 Prozent) aller
+herausgegebenen Lagerscheine ausreicht, so spricht man von einem
+"Teilreservensystem". Es sollte klar sein, dass "Teilreservensystem"
+lediglich ein anderer Begriff für Betrug und Veruntreuung ist.
+
+Im späten Neunzehnten Jahrhundert schrieb der bedeutende Englische
+Ökonom W. Stanley Jevons von den Gefahren dieser Art "Obligation auf
+unbestimmte Einlagen" bei dem lediglich Einlagen von der gleichen Art
+eines Gutes gegen Lagerscheine herausgegeben werden müssen; im Gegensatz
+zur "Obligation auf bestimmte Einlagen", bei dem ein bestimmter Stuhl
+oder eine bestimmte Uhr vom Lagerhaus herausgegeben werden muss. Bei der
+Verwendung unbestimmter Forderungen "wird es möglich ein fiktives
+Angebot einer Ware zu erschaffen, d.h. Menschen glauben zu lassen etwas
+existiere was nicht existiert". Bestimmte Forderungen, wie bspw.
+"Pfandbelege, Dockscheine oder Bescheinigungen für Eigentum an bestimmte
+Objekte" können im Gegensatz dazu, nicht "über die tatsächlich
+Eingelagerten Güter hinaus, es sein denn durch Betrug" herausgegeben
+werden.[^2]
+
+[^2]: W. Stanley Jevons: *Money and the Mechanism of Exchange*, 15th ed.
+    (London: Kegan Paul, [1875] 1905), S. 206–12.
+
+Im Getreidemarkt der U.S.A sind Betreiber von Getreidesilos mehrere Male
+im Verlaufe der Geschichte dieser Versuchung verfallen. Angeregt durch
+eine unklare Gesetzeslage zu Bürgschaften, verkauften sie in den 1860er
+gefälschte Lagerscheine für Getreide an Spekulanten auf dem
+Getreidemarkt in Chicago, und verursachten Verschiebungen in dem Preis
+für Getreide und Pleiten im Markt für Getreide. Erst mit der
+Verschärfung der Gesetze zu Bürgschaften wurde sichergestellt, dass jede
+Herausgabe gefälschter Lagerscheine als Betrug und Gesetzeswidrig
+behandelt wurde, was dieser eindeutig unzulässigen Praxis ein Ende
+bereitete. Leider hat sich diese gesetzliche Entwicklung jedoch nicht
+auf das unerlässlich wichtige Gebiet der Lagerhäuser für Geld
+ausgeweitet.
+
+Wenn das "Teilreservensystem" für ein Getreidesilo eindeutig als Betrug
+gilt, d.h. die Herausgabe von Lagerscheine für nicht existierende Güter
+eine Veruntreuung darstellt, dann muss es das auch für Geld sein (sei es
+Gold oder Papier von einer Regierung). Jede beliebige Einheit von einem
+Geld ist durch ein Anderes ersetzbar und tatsächlich wurde Gold eben
+weil es homogen, teilbar und leicht zu erkennen ist, überhaupt erst vom
+Markt als Geld ausgesucht. Und im Gegensatz zum Weizen, welches
+letztendlich zur Herstellung von Mehl irgendwann aus dem Silo
+herausgenommen werden muss, kann Geld praktisch unbegrenzt im Lagerhaus
+verweilen, da es lediglich als Tauschmittel benutzt wird. Gold oder
+Silber wird möglicherweise noch zur Produktion von Schmuck verwendet,
+Papiergeld hat jedoch nur einen Wert als Zahlungsmittel und
+dementsprechend gibt es keinen zwingenden Grund für ein Lagerhaus ihre
+Lagerscheine jemals zu tilgen. Zunächst muss ein Geldlager (also eine
+Bank) sich einen Ruf für Ehrlichkeit und Gewissenhaftigkeit erarbeiten.
+Ihre Kunden müssen ein Vertrauen haben, dass die Bank ihre
+Geldforderungen immer schnell und unbürokratisch nachkommen wird. Sobald
+solch ein Ruf jedoch aufgebaut worden ist, steigt die Versuchung für das
+Geldlager seine Kunden zu betrügen indem es ihr Geld veruntreut.
+
+Der Bankier mag sich nun denken: "Über Jahrzehnte haben wir einen Namen
+für diese Bank als ehrlich und gewissenhaft aufgebaut. Mittlerweile
+werden nur ein Teil der Obligationen die ich herausgegeben habe wieder
+eingelöst. Meine Kunden benutzen die Obligationen als Geld im
+Zahlungsverkehr als wären sie echtes Geld (sei es Gold oder Papiergeld
+von einer Regierung). Sie kümmern sich kaum darum ihre Obligationen
+einzulösen. Da meine Kunden alle Trottel sind, kann ich jetzt ein
+profitables Techtelmechtel anfangen, ohne dass sie irgendwas davon
+mitbekommen.".
+
+Der Bankier kann Betrug und Veruntreuung auf zweierlei Art verüben. Er
+kann z.B. das Gold oder Geld aus dem Schließfach nehmen und im Saus und
+Braus leben, es für eine Villa oder Jachten ausgeben. Das könnte jedoch
+gefährlich werden; wenn seine Kunden das entdecken und ihr Geld
+zurückfordern, wird die Veruntreuung die er verübt hat für jeden Glas
+klar sein. Statt dessen kann er eine viel ausgeklügeltere und weniger
+offensichtlich Möglichkeit nutzen: Er kann Obligationen für Geld an
+Kreditnehmer verleihen, die zwar nicht von echte Obligationen zu
+unterscheiden sind, jedoch nicht durch Geld gedeckt sind. Mit anderen
+Worten, der Bankier fälscht Obligationen und verleiht sie. Sofern
+genügend Obligationen ungetilgt bleiben, werden die neuen Fälschungen
+auf dem Markt benutzt als wären sie echtes Geld. Mit ihrer Funktion als
+Zahlungsmittel oder als Ersatz für Geld, zählen sie zusätzlich zur
+gesamten Geldmenge in der Gesellschaft, treiben Preise in die Höhe und
+sorgen für eine Umverteilung des Vermögens und der Einkommen, von
+Personen die das neue "Geld" später erhalten weg, hin zu Personen die es
+früher erhalten.
+
+Wenn ein Bankier solchen Betrug leichter verüben kann als der Betreiber
+eines Getreidesilos, sollte es klar sein, dass die Auswirkungen dieser
+Fälschung weit schwerwiegender sind. Der Schaden beschränkt sich nicht
+auf den Getreidemarkt, sondern betrifft die gesamte Gesellschaft und
+Wirtschaft. Wie bei dem Fälschen von Münzen wird jeder Eigentümer von
+Geld durch den Fälscher bestohlen und enteignet. Dieser bekommt durch
+seinen Betrug echte Waren und Dienstleistungen von tatsächlich
+produktiven Personen. Im weiteren werden wir noch sehen, dass diese
+Plünderung durch Bankiers nicht nur Inflation und Umverteilung von Geld
+und Einkommen hervorruft, sondern auch, durch die Expansion und
+Kontraktion von Bankkredite, verheerende Wirtschaftszyklen erzeugt.

File de/08.mkd

View file
+Probleme für das Teilreservensystem: Das Strafrecht
+===================================================
+
+Eine Bank kann nicht mit dem "Teilreservensystem" von Anfang an arbeiten
+und durch Veruntreuung betrügen und Inflation erzeugen. Wenn ich die
+Rothbard Bank gerade erst eröffnet habe, kann ich nicht einfach sofort
+anfangen gefälschte Obligationen herauszugeben. Denn wer würde sie
+annehmen? Ich müsste vorher über Jahre hinweg, mir einen Ruf als
+ehrlichen Bankier erarbeiten, der 100 Prozent Reserven lagert; eine
+Karriere als Betrüger könnte ich nur durch parasitäre Ernährung von
+meinem zuvor aufrichtig erarbeiteten Ruf für Integrität und
+Rechtschaffenheit aufbauen.
+
+Sobald unser Bankier eine kriminelle Karriere beginnt, gibt es mehrere
+Sachen worum er sich sorgen muss. Zunächst muss er sich darum sorgen,
+dass man von seinen Machenschaften erfährt, ihn einsperrt und er wegen
+Veruntreuung schwere Strafen bezahlen muss. Es wird für ihn wichtig
+Rechtsbehelfe, Ökonomen und Finanzjournalisten einzustellen, damit er
+die Gerichte und die Öffentlichkeit davon überzeugen kann, dass seine
+Handlungen im Teilreservensystem keinesfalls Betrug und Veruntreuung
+darstellen, sondern lediglich legitime und auf freiwillige Verträge
+beruhende Unternehmungen sind. Wenn jemand dem Bankier eine Obligation
+vorzeigt und von ihm Gold oder Bargeld verlangt, er jedoch nicht
+bezahlen kann, handelt es sich nach dieser Vorstellung lediglich um eine
+unglückliche unternehmerische Fehlentscheidung und nicht um eine
+kriminelle Handlung. Um mit dieser Argumentation davon zu kommen, muss
+er die Obrigkeit davon überzeugen, dass es sich bei Einlagen in einer
+Bank, nicht wie bei einem Lagerhaus um eine Art Kaution handelt, sondern
+lediglich um ein Darlehen im guten Glauben. Wenn der Bankier Menschen
+von dieser Gaunerei überzeugen kann, hat er die Versuchung und seine
+Möglichkeiten für Veruntreuung durch das Teilreservensystem immens
+ausgeweitet. Wenn man die Bank, bzw. das Geldlager wie ein reguläres
+Lagerhaus behandeln würde, sollte jedem klar sein, dass eingelagertes
+und anvertrautes Geld niemals bei der Bilanz in die "Passiva"
+eingeordnet werden dürfte. Das Geld kann niemals als Teil der Aktiva
+aufgefasst werden und ist in diesem Sinne auch keine "Anleihe" auf der
+Seite der Passiva, welches dem Halter der Obligation geschuldet ist; als
+Gut welches zur Lagerung übergeben wurde, ist es weder eine Anleihe noch
+ein Darlehen und taucht demnach überhaupt nicht in die Bilanz auf.
+
+Da die Gesetzgebung im Bezug auf Bürgschaften im neunzehnten Jahrhundert
+noch nicht entwickelt war, konnte der Rechtsbeistand der Banker die
+Gerichtsentscheidungen zu ihrem Gunsten bewegen. Die grundlegenden
+Entscheidungen kamen aus Großbritanien in der ersten hälfte des
+neunzehnten Jahrhunderts und wurden durch amerikanische Gerichte
+übernommen. Der erste wichtige Fall, *Carr gegen Carr*, in 1811
+entschied der britische Richter, Sir William Grant, dass es sich bei der
+Überreichung von Geld an eine Bank um eine allgemeine Einlage handelt,
+und nicht um eine "spezifische Einlage", wie etwa bei einem
+geschlossenen, markierten Beutel, sodass es sich bei der Transaktion um
+ein Darlehen handelt und nicht um eine Lagerung. Fünf Jahre später, im
+Fall *Devaynes gegen Noble* welches der wesentliche anschließende Fall
+war, argumentierte der Rechtsbeistand zurecht, dass "ein Banker eher das
+Geld seiner Kunden Lagert als es leiht, ... da das Geld aus ...
+[seiner] Sicht eher eine Einlage ist als eine Darlehen, und demnach zu
+jeder Zeit zurückgefordert werden kann.". Derselbe Richter beharrte
+jedoch darauf, dass "an eine Bank gezahltes Geld wird sofort zum Teil
+seiner allgemeinen Aktiva; und er hat lediglich eine Schuld in Höhe des
+Betrages". Im abschließenden Fall, *Foley gegen Hill und Andere*,
+bekräftigte das Oberhaus des Britischen Parlaments 1848 die
+vorhergehenden Entscheidungen. Lord Cottenham wiederholte die Logik der
+vorherigen Fälle mit der folgenden deutlichen, wenn auch erstaunlichen
+Erklärung:
+
+> Einer Bank anvertrautes Geld ist praktisch gesehen das Geld der Bank,
+> mit dem es nach belieben umgehen kann; es handelt sich nicht um einen
+> Vertrauensbruch wenn es eingesetzt wird; die Bank muss sich gegenüber
+> dem Kreditgeber nicht rechtfertigen wenn sie das Geld aufs Spiel setzt
+> und riskante Spekulationen eingeht; sie muss es nicht als Eigentum des
+> Kreditgebers aufbewahren oder behandeln; sie ist aber sicherlich für
+> die Summe verantwortlich, schließlich ist sie vertraglich zur
+> Rückzahlung verpflichtet.[^3]
+
+[^3]: Siehe Murray N. Rothbard: *The Mystery of Banking* (New York: 
+    Richard-son & Snyder, 1983), S. 94. Siehe zu diesen Entscheidungen
+    J. Milnes Holden: *The Law and Practice of Banking*, vol. 1, 
+    *Banker and Customer*(London: Pitman Publishing, 1970), S. 31–32.
+
+Das Argument von Lord Cottenham und aller anderen Apologeten für das
+Teilreservensystem, dass Banken lediglich vertraglich für die
+Rückzahlung der genannten Summe verantwortlich sind, das Geld jedoch
+nicht aufbewahren müssen, ignoriert die folgende Tatsache: Wenn alle
+Kunden der Bank wüssten, dass ihre Einlagen verliehen werden und sie
+alle gleichzeitig ihre Forderungen geltend machen würden, wäre die Bank
+*niemals in der Lage* alle Verträge zu erfüllen. Mit andern Worten, die
+Einhaltung von Verträge und die Aufrechterhaltung des
+Teilreservensytems, bedarf einer systematischen Verblendung der Kunden.
+Ihnen muss weiß gemacht werden, dass "ihr" Geld in sicheren Händen ist
+und ihnen zurückgegeben wird, sollten sie ihre Forderungen geltend
+machen. Das gesamte Teilreservensystem ist demnach auf Betrug gegründet
+und wird von dem Rechtssystem geduldet.
+
+Eine wesentliche Frage die wir uns stellen müssen ist die folgende:
+Wieso entwickelte sich das für Getreidesilos relevante Gesetz in genau
+der entgegengesetzten Richtung? Diese sind schließlich in genau der
+selben Position; sie lagern ersetzbare und unspezifische Güter, keine
+spezifischen markierten Güter. Warum entschieden die Gerichte, dass ein
+Getreidesilo eindeutig für das gelagerte ersetzbare Gut verantwortlich
+ist und es nicht einfach nur dem Einlagernden schuldet? Könnte es sein,
+dass die Bankiers sich auf politischer Ebene effektiver bemüht haben als
+die Betreiber der Getreidesilos?
+
+Tatsächlich haben amerikanische Gerichte zwar die Entscheidungen
+bekräftigt, sie haben jedoch einige verwirrende Anomalien eingeführt,
+die ihre Verwirrung und Windungen auf diesem kritischen Gebiet
+verdeutlichen. Der respektierte Rechtswissenschaftler Michie sagte
+deshalb, dass in der amerikanischen Gesetzgebung, "Bankeinlagen mehr als
+einfache Schulden sind, und das Verhältnis von Inhaber zu seiner Bank
+ist nicht analog zu dem eines üblichen Kreditgebers.". Michie verweist
+auf einen Fall in Pennsylvania, *People's Bank gegen Legrand*, bei dem
+bestätigt wurde, dass "eine Bankeinlage sich von einem üblichen Darlehen
+unterscheidet, und zwar weil der Inhaber zu jeder Zeit darüber verfügen
+kann, d.h. die Bank zur Zahlung auffordern kann.". Trotz der
+beharrlichen Gesetzgebung die sich nach der Argumentation von Lord
+Cottenham richtet, nämlich dass eine Bank "zum absoluten Eigentümer des
+bei ihr eingelagerten Geldes wird," kann sie dennoch "nicht mit dem Geld
+ihrer Kunden [?] spekulieren".[^4]
+
+[^4]: A. Hewson Michie: *Michie on Banks and Banking*, rev. ed.
+    (Charlottes-ville, Va.: Michie, 1973), 5A, S. 1–31; und ibid.,
+    2979 *Cumulative Supplement*, S. 3–9. Siehe Rothbard: *The Mystery
+    of Banking*, S. 275.
+
+Warum gilt für Banken ein anderes Recht als für Getreidesilos? Dass die
+Antwort das Ergebnis von Politik ist und nicht von Überlegungen im Bezug
+auf Gerechtigkeit oder Eigentumsrechte, wird von dem anerkannten
+Historiker Arthur Nussbaum angedeutet; er deutet an, dass die Annahme
+der "gegenteiligen Ansicht" (dass eine Bankeinlage kein Darlehen ist,
+sondern eine Hinterlegung) "dem Bankgeschäft eine unzumutbare Bürde
+auferlegen würde". Wenn der Betrug nicht mehr zugelassen wäre, würden
+Profite die Banken durch die Herausgabe gefälschter Obligationen
+erwirtschaften, zweifelsohne ebenso schnell verschwinden wie die Profite
+jedes anderen Geschäfts welches durch Betrug sein Geld verdient.
+Getreidesilos und andere Lager sind jedoch auch in der Lage ein Geschäft
+erfolgreich zu betreiben; warum nicht auch sichere Orte um Geld
+aufzubewahren?[^5]
+
+[^5]: Die Bank von Amsterdam hielt sich seit seiner Eröffnung 1609
+    für lange Zeit 100-Prozent Reserven, bis es der Versuchung erlag
+    um die Niederländischen Kriege des späten Achzehnten Jahrhunderts
+    zu finanzieren. Sie finanzierte sich indem sie von ihren Kunden
+    verlangte ihre Scheine regelmäßig (ca. jedes Jahr) zu erneuern,
+    und dann eine Gebühr für die Erneuerung verlangte. Siehe Arthur
+    Nussbaum: *Money in the Law: National and International* 
+    (Brooklyn: Foundation Press, 1950), S. 105.
+
+Um die wesentlich Natur des Teilreservensystems herauszustellen, lasst
+uns kurz von den Banken absehen, die gefälschte Obligationen für Geld
+herausgeben. Lasst uns vielmehr annehmen, dass diese Banken statt dessen
+tatsächlich *echte Dollarnoten drucken*, sodass sie von Echten nicht zu
+unterscheiden sind, inklusive gefälschte Signaturen des Finanzministers
+der Vereinigten Staaten. Nehmen wir an, dass die Banken diese Noten
+drucken und verzinst verleihen. Wenn wir uns alle einig sind sie als das
+zu Brandmarken was sie sind, nämlich Fälschungen, warum könnte die Bank
+nicht wie folgt Antworten: "Schau doch, wir haben ja echte, nicht
+gefälschte Noten als Reserven in Höhe von 10 Prozent in unseren
+Tresoren. Wenn Menschen bereit sind uns zu vertrauen und unsere Scheine
+akzeptieren als wären sie echtes Geld, was ist so schlimm daran? Wir
+betreiben doch nur eine Transaktion auf dem Markt, nicht mehr und nicht
+weniger als jede andere Teilreserven Bank.".  Tatsächlich stellt sich
+die Frage, was ist an dieser Aussage wirklich *falsch*, sodass sie nicht
+auf jede Teilreserven Bank mit angewandt werden könnte?[^6]
+
+[^6]: Ich verdanke Dr. David Gordon dieses Argument. Siehe Murray
+    N. Rothbard: *The Present State of Austrian Economics* (Auburn,
+    Ala.: Ludwig von Mises Institute Working Paper, November 1992), 
+    S. 36.

File de/09.mkd

View file
+Probleme für das Teilreservensystem: Die Insolvenz
+==================================================
+
+Diese bedauerliche Wende im Rechtssystem hat zur Folge, dass eine
+Teilreserven Bank, selbst ohne Verletzung ihrer Verträge, nicht des
+Betruges und der Veruntreuung verurteilt werden kann; die Bank ist
+jedoch trotzdem mit der weniger schlimmen aber dennoch unangenehmen
+Tatsache einer Insolvenz konfrontiert. Es gibt im Wesentliche zwei Arten
+in dem die Bank insolvent werden kann.
+
+Die erste ist auch die verheerendste Art, da sie zu jeder Zeit
+eintreffen kann. Die Kunden der Bank, d.h. Personen die Obligationen der
+Bank besitzen oder als Zahlung erhalten, können das Vertrauen in die
+Fähigkeit der Bank ihre Verträge zu erfüllen verlieren, und sich *en
+masse* entscheiden sie einzulösen. Dieser Vertrauensverlust, sofern es
+sich auf viele der Bankkunden ausweitet, ist verheerend da es für die
+Bank die Insolvenz bedeutet. Dies ist unvermeidlich, da eine
+Teilreserven Bank von Natur aus *nicht in der Lage ist* all ihre
+Verträge zu erfüllen. Wenn viele Kunden der Bank sich um ihr Geld sorgen
+machen, von Schwierigkeiten der Bank wind bekommen und ihr Geld
+verlangen, tritt das gefürchtete und überwältigende Phänomen des sog.
+"Bank Run" (dt. Ansturm auf die Bank) ein. Der "Bank Run", der jeden
+Banker in Angst und Schrecken versetzt, ist im wesentlichen ein
+Volksaufstand bei dem die betrogene Öffentlichkeit, also die Inhaber von
+Einlagen- bzw. Guthabenkonten, das Recht auf ihr eigenes Geld geltend
+machen. Dieser Vorgang kann und muss unweigerlich jede Bank die ihm
+ausgesetzt ist zum Einsturz bringen. Stellen wir uns demnach vor, dass
+ein effektiver und überzeugender Redner morgen auf dem Fernseher
+erscheint und die amerikanische Öffentlichkeit auffordert: "Liebe Bürger
+von Amerika, das Bankenwesen in diesem Land ist insolvent. 'Ihr Geld'
+liegt nicht in den Tresoren der Banken. Die haben weniger als 10 Prozent
+von ihrem Geld parat. Liebe Amerikaner, holt euch euer Geld *jetzt* so
+lange ihr es noch könnt!". Wenn die Zuhörer diesem Rat *en masse* folgen
+sollten, wäre das amerikanische Bankenwesen morgen zerstört.[^7]
+
+[^7]: Diese Vernichtung wäre nur zu verhindern, wenn die Federal
+    Reserve und das U.S. Schatzamt einfach all das verlangte Geld
+    drucken und an die Banken aushändigen würden–das würde jedoch
+    ein Feuersturm galoppierender Inflation entfachen.
+
+Die "Kunden" einer Bank kommen aus unterschiedlichen Gruppen. Es gibt
+solche, welche die ersten Bareinlagen der Bank überreichen (sei es Gold
+oder das Papiergeld einer Regierung). Die zweite Gruppe sind solche die
+gefälschten Obligationen von der Bank ausleihen. *Darüber hinaus* gibt
+es aber eine weitere sehr große Gruppe, nämlich diejenigen die die
+Obligationen der Bank im Handel *akzeptieren*, und in diesem Sinne
+dadurch zu Kunden der Bank werden.
+
+Lasst uns sehen, wie das Teilreservensystem funktioniert. Aufgrund des
+Gesetzlichen Freiraums, werden Bareinlagen wie ein Kredit behandelt und
+nicht als wäre es das Eigentum der Kunden, sodass das Geld auf der
+Bilanz der Bank erscheint. Stellen wir uns zunächst vor, dass ich die
+Rothbard Einlagenbank aufstelle und dass diese Bank zunächst die vollen
+Reserven im Tresor behält. Nehmen wir an, dass $20.000 in der Bank
+eingelagert werden. Wenn wir nun von meinem Kapital und den übrigen
+Aktiva der Bank absehen, sieht die Bilanz aus wie in Abbild 4:
+
+![](images/img05.png)
+
+Wenn die Obligationen der Rothbard Bank vom Markt so behandelt werden,
+als wären sie echtes Geld und somit als Zahlungsmittel benutzt werden,
+ändert sich die Funktion der Obligationen hin zu einem Ersatz für echtes
+Geld. Nehmen wir an, dass Herr Langer eine Einlage in Höhe von $3.000
+bei der Rothbard Bank hat. Er kauft bei einem Kunsthändler ein Gemälde
+und zahlt dafür mit seiner Obligation für $3.000. (Die Obligation kann
+entweder die Form einer Note oder der eines Kontos annehmen). Der
+Kunsthändler muss die Obligation jedoch nicht einlösen, sondern kann es
+so behandeln als wäre es echtes Geld und die Obligation behalten. Der
+Kunsthändler wird dadurch ein Kunde der Rothbard Bank.
+
+In unserem Beispiel wird deutlich, dass entweder das Bargeld selbst als
+Zahlungsmittel im Umlauf ist, *oder* die Obligationen für das Bargeld;
+jedoch niemals beide gleichzeitig. Wenn Einlagenbanken sich immer strikt
+100 Prozent an Reserven halten, bleibt die Geldmenge gleich; einzig und
+allein die *Art* des Geldes ändert sich. Wenn die Geldmenge also aus $2
+Millionen Bargeld besteht und davon $1.2 Millionen bei Banken als
+Einlagen aufbewahrt werden, bleibt die Gesamtmenge an Geld bei $2
+Millionen; der einzige Unterschied ist, dass nun nur noch $800.000 als
+Bargeld im Umlauf sind, während die übrigen $1.2 Millionen die Form von
+Obligationen für Bargeld annehmen.
+
+Nehmen wir nun an, dass die Banken der Versuchung erliegen gefälschte
+Obligationen für Bargeld herzustellen, und diese als Kredit ausleihen.
+Mit dieser Handlung werden die zuvor strikt getrennten Funktionen der
+Einlagerung von Geld und des Kreditgeschäfts miteinander vermischt; das
+Vertrauen in den Einlagen wird ausgenutzt und die Verträge der Inhaber
+von Einlagenkonten können nicht länger erfüllt werden wenn alle
+"Kreditgeber" versuchen sollten ihre Forderungen geltend zu machen. Die
+falschen Obligationen werden von der Bank ausgeliehen. Das
+Teilreservensystem zeigt seine hässliche Fratze.
+
+Stellen wir uns nun vor, dass die Rothbard Einlagenbank aus der
+vorherigen Tabelle, sich entscheidet Obligationen in Höhe von $15.000 zu
+fälschen, die durch keine Einlagen gedeckt sind, jedoch gegen Bargeld
+eingelöst werden können. Die Rothbard Bank kauft mit diesen Obligationen
+diverse Wertpapiere und Schuldscheine, sodass ihre Bilanz nun wie in
+Abbild 5 aussieht:
+
+![](images/img06.png)
+
+In diesem Fall ist etwas völlig anderes im Kreditgeschäft der Bank
+passiert. Die Menge an Obligationen die im Zahlungsverkehr als Geld
+benutzt werden hat wieder zugenommen, und Bargeld wird nicht mehr so
+häufig genutzt, *insgesamt* ist die Menge an Geld jedoch gestiegen. Die
+Menge an Geld hat zugenommen, da Obligationen herausgegeben wurden die
+zwar gegen Bargeld eingelöst werden können, jedoch nicht durch Bargeld
+gedeckt sind. Wie bei jeder anderen Art der Fälschung die unentdeckt
+bleibt, sodass die Obligationen als Ersatz für Bargeld benutzt werden,
+nimmt die Menge an Geld in einer Gesellschaft zu und die Preise von
+Güter gerechnet in Dollar steigen. Auch hier findet wieder eine
+Umverteilung des Wohlstands statt, von Personen die das neue Geld später
+oder gar nicht erhalten weg, hin zu denen die es früher erhalten (vor
+allen Dingen zu der Bank selbst, danach zu seinen Kreditnehmern,
+Personen die mit den Kreditnehmern Handeln, usw.). Wenn also in einer
+Gesellschaft eingangs $800.000 als Bargeld im Umlauf sind und $1.2
+Millionen in Form von Obligationen, wie im vorherigen Beispiel, und die
+Banken weitere $1.7 Million an gefälschte Obligationen herausgeben,
+steigt die Gesamtmenge an Geld von $2 Millionen auf $3.7 Millionen.
+Davon sind $800.000 weiterhin in From von Bargeld und die übrigen $2.9
+Millionen bestehen aus Obligationen, von denen lediglich $1.2 Millionen
+durch bei den Banken eingelagertes Bargeld gedeckt sind.
+
+Hat dieser Vorgang irgendwelche Grenzen? Warum hört die Rothbard Bank
+beispielsweise bei mickrigen $15.000 auf, oder die übrigen Banken bei
+$1.7 Millionen? Wenn es solch eine gute Sache ist, warum gibt die
+Rothbard Bank keine $500.000 oder mehr heraus, warum nicht zig-Millionen
+und die übrigen Banken ebenso? Was hält sie davon ab?
+
+Die Antwort darauf ist die Furcht vor der Insolvenz; und wie wir vorher
+festgestellt haben ist der verheerendste Weg in die Insolvenz ein "Bank
+Run". Nehmen wir z.B. an, dass die Banken richtig Gas geben: Die
+Rothbard Bank fälscht Millionen Obligationen; das gesamte Bankenwesen
+gibt hunderte von Millionen dieser Scheine heraus. Je mehr die Banken
+herausgeben und je größer die Diskrepanz zu den Reserven in ihren
+Tresoren, desto größer ist die Gefahr, dass die Bank kein Vertrauen
+genießt und sie der immer größeren Gefahr eines Bank Runs ausgesetzt
+werden. Die Nachricht über die drohende Insolvenzen kann sich wie ein
+Lauffeuer verbreiten und die Öffentlichkeit wird sich der Gefahr umso
+schneller bewusst, wenn im Fernsehen auf das Problem aufmerksam gemacht
+wird. Wenn ein Bank Run erst angefangen hat, kann es durch nichts in
+einer Marktwirtschaft aufgehalten werden, es sei denn man möchte das
+zusammengeflickte, auf dem Teilreservensystem aufgebaute Bankenwesen
+zusammen mit ihm untergehen lassen.
+
+Abgesehen von einem kurzen Bank Run gibt es eine weitere sehr mächtige
+Schranke für die Kreditexpansion bei dem Teilreservensystem, und
+zwar eine Schranke auf die Expansion *irgendeiner bestimmten* Bank.
+Betrachten wir z.B. eine enorme Expansion durch falsche Obligationen
+durch eine Bank. Nehmen wir an, dass die Rothbard Einlagenbank, die 
+vorher 100-Prozent Reserven gehalten hat, sich plötzlich entscheidet
+alle Vorsicht fallen zu lassen und schnell etwas Geld zu verdienen:
+über die $20.000 an Reserven hinaus, die zur Deckung von $20.000 an
+Obligationen dienten, druckt sie Obligationen im Nennwert von $1.000.000
+und verleiht sie alle verzinst an verschiedene Kreditnehmer. Die Bilanz
+der Rothbard Bank sieht nun aus wie in Abbild 6:
+
+![](images/img07.png)
+
+Es mag sein, dass die Rothbard Bank für eine kurze Zeit ein Profit
+einfährt und keine Probleme hat, sie ist allerdings ein enormes Risiko
+eingegangen. Nehmen wir an, dass die Rothbard Bank falsche Obligationen
+in Höhe von $1.000.000 ausdruckt und an eine Firma verleiht, z.B. an die
+Ass Baugesellschaft. Die Ass Baugesellschaft hat freilich die
+Obligationen nicht ausgeliehen um sich daran festzuhalten und danach
+Zinsen zu zahlen, sondern um sie zu benutzen; sie nutzt sie um für
+diverse Waren und Dienstleistungen zu bezahlen. Wenn die Personen oder
+Firmen die solche Obligationen von der Baugesellschaft als Zahlung
+erhalten bereits Kunden bei der Rothbard sind, ist alles in Ordnung; die
+Scheine werden weiterhin im Zahlungsverkehr hin und her, von einem
+Kunden zum nächsten gereicht, als wären sie echtes Geld. Nehmen wir
+jedoch an, dass eine Person die Obligationen annimmt die *nicht* Kunde
+bei der Rothbard Bank oder irgendeiner anderen Bank ist.
+
+Stellen wir uns vor, dass die Ass Baugesellschaft $1 Million an Kaisers
+Kiesgrube bezahlt. Kaisers benutzen aus irgend einem Grund keine Banken
+und lösen die $1 Million bei der Rothbard Bank ein. Was passiert nun?
+Die Rothbard Bank hat offensichtlich nur ein Taschengeld, oder genauer
+gesagt $20.000. Sie ist Zahlungsunfähig und ihre Insolvenz ist damit
+offenbart, sodass sie den Betrieb einstellen muss.
+
+Wahrscheinlich wird Kaisers Kiesgrube jedoch eher eine Bank benutzen,
+wenn auch nicht die Rothbard Bank. In diesem Fall können wir annehmen,
+dass Kaisers die Obligationen für $1 Million ihrer eigenen Bank, der
+Weltbank, übergibt. Darauf hin fordert die Weltbank für die Obligationen
+$1 Million an Bargeld von der Rotbhard Bank. Die Rothbard Bank hat
+allerdings keine solche Summe und ist wieder mit der Pleite
+konfrontiert.
+
+Wir können hier feststellen, dass eine einzelne Bank die Inflation
+betreibt d.h. übermäßig viele Obligationen herausgibt, *nicht*
+zwangsläufig durch ein Bank Run pleite gehen muss; derjenige der die
+Obligationen letztendlich erhält muss nicht einmal Kunde bei einer Bank
+sein. Es reicht wenn diese Person die Obligation an eine *andere* Bank
+übergibt, damit die Rothbard Bank in eine ausweglose Bredouille gerät.
+
+Je mehr Obligationen eine Bank fälscht und herausgibt, desto größer ist
+die Gefahr in der sie sich begibt. Wesentlich wichtiger ist jedoch die
+Anzahl der konkurrierenden Banken und das Ausmaß ihrer Kunden im
+Verhältnis zu der Konkurrenz. Ist die Rothbard Bank . die einzige Bank
+in einem Land, so wird die Ausweitung der Menge an Obligationen nicht
+*durch die Konkurrenz* begrenzt; die einzigen Grenzen sind entweder ein
+Bank Run oder der Widerwille der Öffentlichkeit die Scheine der Bank als
+Zahlungsmittel zu verwenden.
+
+Betrachten wir den gegenteiligen, wenn auch unrealistischen, Grenzfall:
+Jede Bank hat *einen einzigen* Kunden und es sind demnach Millionen
+Banken in einem Land. In diesem Fall wird *jede* noch so kleine
+Expansion durch ungedeckte Obligationen unmöglich. Denn selbst eine
+kleine Expansion durch die Rothbard Bank über ihre Bargeld Reserven
+hinaus, würde sehr schnell zu einer Zahlungsaufforderung durch eine
+andere Bank führen, die jedoch nicht erfüllt werden könnte und deshalb
+eine Insolvenz zur Folge hätte.
+
+Es gibt natürlich eine Möglichkeit um die Zahlungsaufforderungen
+konkurrierender Banken einzudämmen: Ein Kartellabkommen zwischen allen
+Banken, wonach sie ihre jeweiligen Obligationen akzeptieren und nicht
+bei den Partnerbanken einlösen. Banken haben zwar viele Gründe solch ein
+Kartell zu organisieren, sind allerdings mit Problemen konfrontiert, die
+umso größer werden je mehr Banken daran beteiligt sind. Wenn also
+lediglich drei oder vier Banken in einem Land sind, wäre solch ein
+Abkommen relativ einfach aufzubauen. Ein Problem für expansive Banken
+ist sicherzustellen, dass alle Banken relativ gleichmäßig die Expansion
+betreiben. Wenn in einem Land viele Banken sind und die Banken A und B
+zügellos Obligationen herausgeben, während die anderen banken relativ
+wenig Expansion betreiben, sammeln sich die Obligationen von A und B in
+den Tresoren der anderen Banken woraus die Versuchung entsteht diese
+beiden Banken dafür zu bestrafen, dass sie versuchen größere Profite
+einzufahren als die anderen. Je geringer die Anzahl der konkurrierenden
+Banken, desto einfacher wird es sein die Expansion zu koordinieren. Wenn
+es andererseits viele tausende Banken gibt, wird es sehr schwierig sein
+zu verhindern, dass das Kartell auseinanderbricht.[^8]
+
+[^8]: Ein erfolgreich geführtes Kartell mit der Absicht Bankkredite
+    auszuweiten, gab es in der zweiten hälfte des sechzehnten
+    Jahrhunderts in Florence. Zusammen mit ca. sechs anderen Banken
+    konnte die dominante Ricci Bank ein Kartell strikt führen, bei dem
+    die Mitglieder ihre Obligationen gegenseitig annahmen und auszahlten
+    ohne sie bei der Ursprungsbank einzulösen. Das Ergebnis war eine
+    erhebliche Expansion und es folgte eine lang anhaltende Finanzkrise.
+    Carlo M. Cipolla: *Money in Sixteenth-Century
+    Florence* (Berkeley and Los Angeles: University of California Press,
+    1987), S. 101–13.
+
+    Die Eröffnung der Bank von Amsterdam im Jahre 1609 sowie weitere
+    europäische Banken die mit 100 Prozent Reserven arbeiteten, war
+    wahrscheinlich eine Reaktion auf solche durch Bankkredite
+    verursachten Wirtschaftszyklen, wie sie nicht all zu viele Jahre
+    vorher in Florence stattgefunden hatten.

File de/10.mkd

View file
+Konjunkturzyklen
+================
+
+Bis hierhin haben wir die Wirkungen der Kreditexpansion bei dem
+Teilreservensystem (mit anderen Worten "die Schöpfung neuer gefälschter
+Obligationen") betont: Es verursacht eine Inflation des Preisniveaus,
+einen Verlust der Kaufkraft der Währungseinheit und eine Umverteilung
+von Vermögen und Einkommen. Das neue in die Wirtschaft hineingebrachte
+Geld verursacht eine Euphorie, die allerdings schnell durch Murren
+ersetzt wird, sobald die Preise anfangen zu steigen und manche
+profitieren während andere verlieren. Inflationäre Aufschwünge sind
+allerdings nicht die einzige Folge der im Teilreservensystem betriebenen
+Fälschung, denn irgendwann setzt bei diesem Vorgang eine Reaktion ein.
+Ein *Bank Run* könnte einsetzten und durch das Bankenwesen fegen; oder
+Banken die sich vor einem *Bank Run* fürchten könnten plötzlich ihre
+Kredite einholen, Darlehen nicht erneuern und ihre Wertpapiere verkaufen
+um solvent zu bleiben. Diese plötzliche Kontraktion führt auch sehr
+schnell zu einer Kontraktion der Menge an Obligationen, bzw. des im
+Umlauf befindlichen Geldes. Kurz gesagt, sowie das Teilreservensystem
+entweder in Verdacht gerät oder ihre Natur droht ans Licht zu geraten,
+führt die eilige Kontraktion von Krediten zu einer Finanz- und
+Wirtschaftskrise, bzw. zu einem wirtschaftlichen Abschwung. Hier ist
+nicht genügend Platz um eine Analyse von Konjunkturzyklen wiederzugeben,
+es ist jedoch klar, dass die Art wie Banken Kredite erzeugen
+zwangsläufig die verheerenden Konjunkturzyklen erzeugen.[^9]
+
+[^9]: Siehe zu Konjunkturzyklen, Murray N. Rothbard: "The
+    Positive Theory of the Cycle," in *America's Great Depression*,
+    4th ed. (New York: Richardson & Snyder, 1983), S. 11–38.

File de/11.mkd

View file
+Arten von Obligationen
+======================
+
+Im laufe der Jahrhunderte haben sich für Einlagenbanken zwei Arten von
+Obligationen entwickelt. Eine ist die übliche Form einer Obligation die
+jedem bekannt vorkommen sollte der je ein Lager benutzt hat: Ein Schein
+aus Papier worauf das Lager verspricht bei Aufforderung (Sichtwechsel)
+die auf dem Lagerschein genannte Ware zu übergeben. Bspw.: "Die Rothbard
+Bank wird bei Sichtwechsel an den Inhaber dieser Obligation auszahlen:"
+Gold im Wert von 10 Dollar, Papiergeld des Finanzministeriums, bzw. eine
+Menge der zugrundeliegenden Währung. Bei einer Einlagenbank nennt sich
+dies eine "Note" oder "Banknote". Historisch betrachtet war die Banknote
+die bei Weitem am häufigsten verbreitete Art von Obligation.
+
+Eine weitere Art von Obligation entstand jedoch bei den Banken zur
+Renaissancezeit von Italien. Wenn ein Kaufmann viel umsetzte und sehr
+bekannt war, war es für ihn und die Bank viel bequemer wenn die
+Obligationen unsichtbar waren, d.h. in einem offenen Rechnungsbuch bzw.
+in einem Konto bei der Bank geführt wurden. Wenn er nun an einen anderen
+Kaufmann große Summen zahlte, musste er sich nicht darum kümmern die
+eigentlichen Banknoten zu übergeben; er konnte einfach einen Auftrag an
+seine Bank schreiben, wonach die Bank Geld von seinem Rechnungsbuch auf
+das Buch des anderen Kaufmanns übertragen sollte. So war es z.B. Signor
+Medici möglich eine Zahlungsanweisung an die Ricci Bank zu schreiben,
+wonach 100.000 Lira von seinem Buch auf das Buch von Signor Bardi
+übertragen werden sollten. Solch ein Auftrag wird mittlerweile auch
+"Scheck" genannt und das offene Rechnungsbuch bei der Bank einfach
+"Bankkonto" oder "Girokonto". Beachte die heutige Form von einem Scheck
+oder Überweisungsauftrag: "Ich, Murray N. Rothbard beauftrage die Bank
+of America den Betrag von 100 Dollar auf das Konto dieser
+Handelsgesellschaft zu übertragen.".
+
+Hier ist ebenfalls zu beachten, dass eine Banknote und ein offenes
+Rechnungsbuch, sich aus ökonomischer und rechtlicher Sicht nicht
+unterscheiden. Beide sind alternative Formen einer Obligation und beide
+bilden mit ihrer Funktion als Ersatz für Bargeld einen Teil der
+Gesamtmenge der Zahlungsmittel. Ein Scheck ist jedoch nicht das gleiche
+wie eine Banknote, selbst wenn beide bloß Scheine aus Papier sind. Die
+Banknote selbst ist eine Obligation und deshalb ein Ersatz für Bargeld
+und demnach ein Teil der Geldmenge einer Gesellschaft. Der Scheck selbst
+ist jedoch keine Obligation, sondern ein Auftrag zur Übertragung
+immaterieller Obligationen zwischen den Rechnungsbüchern bei der Bank.
+
+Wenn der Inhaber einer Obligation sich entscheidet sie in Form von Noten
+oder in einem Rechnungsbuch zu halten oder zwischen ihnen hin und her
+wechselt, sollte aus Sicht der Bank und für die Gesamtmenge an Geld
+nicht wesentlich sein; ob die Bank mit vollen Reserven oder mit 
+Teilreservens arbeitet ändert hieran auch nichts.
+
+Selbst wenn eine Banknote und ein Bankkonto aus wirtschaftlicher Sicht
+das gleiche sind, lassen sich die beiden Formen von Obligationen nicht
+gleichermaßen vermarkten bzw. sie werden vom Markt unterschiedlich
+angenommen. Der Grund ist, dass ein Händler oder eine andere Bank zwar
+immer die herausgebende Bank vertrauen muss bevor seine Noten akzeptiert
+werden, bei einem Scheck muss man jedoch sowohl die Bank als auch den
+Aussteller des Schecks vertrauen. Im allgemeinen ist es sehr viel
+einfacher für eine Bank einen guten Ruf und Vertrauen aufzubauen bzw.
+eine Marke zu etablieren, als es für einen einzelnen Inhaber eines
+Bankkontos ist. In Zeiten relativer wirtschaftlicher Freiheit und ohne
+Regulierungen durch Regierungen, beschränkte sich die Verbreitung von
+Bankkonten deshalb auf wohlhabende Kaufleute und Geschäftsleute die
+selbst einen guten Ruf aufgebaut hatten. In den Tagen unkontrollierter
+Bankensysteme wurden Konten von den Medici, Rockefeller oder
+ihresgleichen geführt, nicht von den üblichen Teilnehmern einer
+Wirtschaft. Wenn das Bankenwesen wieder relativ frei werden sollte, ist
+zu bezweifeln, dass Bankkonten weiterhin die heutige Verbreitung in der
+Wirtschaft haben würden.
+
+Für wohlhabende Geschäftsleute hätten Bankkonten jedoch viele Vorteile.
+Schecks müssen nicht in festen Beträgen angehäuft werden, sondern können
+zur gegebenen Zeit mit genauen und auch großen Beträgen ausgestellt
+werden; und entgegen dem Verlust von Banknoten durch einen Unfall oder
+Diebstahl, hat der Verlust von einem Scheck keinen tatsächlichen
+Verlust an Vermögen zur Folge.
+

File de/12.mkd

View file
+Die Zentralbank
+===============
+
+Die erste Zentralbank entstand in England mit der Gründung der "Bank of
+England" in 1694. Im Laufe der nächsten beiden Jahrhunderte kopierten
+andere große Nationen diese Institution und sie erreichte ihre heute
+übliche Form im Jahre 1844 mit dem "Peel Act" aus England. Die
+Vereinigten Staaten erhielt mit dem "Federal Reserve System" im Jahr
+1913 als letzte große Nation den fragwürdigen Segen einer Zentralbank.
+
+Die Zentralbank befand sich in Privatbesitz, zumindest bis sie Mitte des
+zwanzigsten Jahrhunderts praktisch nationalisiert wurde. Sie war jedoch
+schon immer eng an die zentrale Regierung gebunden. Zentralbanken hatten
+schon immer zwei bedeutende Rollen: (1) die Haushaltsdefizite der
+Regierung zu finanzieren; und (2) ein Kartell zwischen den privaten
+Geschäftsbanken des Landes zu etablieren, damit diese bei ihrer
+Kreditexpansion bzw. ihrem Drang zu fälschen, nicht länger durch diese
+zwei Schranken begrenzt sind: Ein möglicher Vertrauensverlust der zum
+*Bank Run* führt; und der Verlust von Reserven sollte eine Bank ihre
+Kredite zu sehr expandieren. Auf dem Markt sind Kartelle, selbst wenn
+sie zum Vorteil jeder Firma sind, sehr schwer aufrechtzuerhalten, es sei
+denn sie werden von der Regierung durchgesetzt. Teilreserve Banken auf
+einem freien Markt, werden in ihrer inflationären Kreditexpansion durch
+die genannte grundsätzlichen Schranken begrenzt, und eine Zentralbank
+kann helfen diese aufzulockern oder zu beseitigt.
+
+Wesentlich ist auch zu beachten, dass die Bank of England eingerichtet
+wurde um das riesige Haushaltsdefizit von England zu finanzieren.
+Regierungen leiden seit jeher und überall an einer chronischen Knappheit
+von Geld, die viel schwerwiegender ist als bei Privatpersonen oder
+Firmen. Der Grund dafür ist einfach: Anders als bei Privatpersonen oder
+Firmen, produzieren Regierungen nichts von Wert und sie haben demnach
+nichts was sie verkaufen könnten.[^10] Regierungen können nur auf eine
+einzige Art Geld bekommen, nämlich indem sie es einem anderen wegnehmen,
+weshalb sie immer nach neuen und ausgeklügelten Methoden suchen um das
+Geld anderer in ihre Griffel zu bekommen. Die übliche Methode ist durch
+Steuern; und zumindest bis zum zwanzigsten Jahrhundert waren Steuern
+äußerst unbeliebt. So unbeliebt, dass eine Steuererhöhung oder die
+Einführung einer neuen Steuer, die Regierung wahrscheinlich zum Einsturz
+durch eine Revolution bringen würde.
+
+[^10]: Es gibt unwesentliche Ausnahmen: Bewundernswert kleine
+    Regierungen, wie Monaco oder Liechtenstein, stellen wunderschöne
+    Briefmarken aus, die für Sammler sehr begehrenswert sind. Manchmal
+    greifen sich Regierungen bestimmte Ressourcen (z.B. ein Wald) oder
+    ein Monopol auf eine Dienstleistung um etwas zu verkaufen (z.B. die
+    Post) oder sie versteigern ein Monopol auf bestimmte Güter. Diese
+    sind jedoch schwerlich Ausnahmen zu der ewigen und gewalttätigen
+    Suche von Regierungen nach Einnahmen.
+
+Nachdem die Druckerpresse erfunden wurde, war es nur eine Frage der Zeit
+bis Regierungen damit anfingen Geld zu "fälschen" bzw. Papiergeld als
+Ersatz für Gold und Silber zu drucken. Ursprünglich konnte man das
+Papier gegen diese Metalle einlösen, bzw. Regierungen versprachen ihre
+jeweilige Geldeinheit entspräche eine bestimmte Menge an Gold.
+Letztendlich wurden diese Versprechen jedoch gebrochen und der Dollar,
+der Pfund, die Mark etc. wurden nichts weiter als von Regierungen
+herausgegebene Scheine. In der westlichen Welt war die britische Kolonie
+namens Massachusetts im Jahr 1690, die erste Regierung die Papiergeld
+herausgab.[^11]
+
+[^11]: Die Druckerei wurde zuerst im alten China entwickelt und es ist
+    deshalb nicht weiter verwunderlich, dass die ersten Regierungen die
+    Papiergeld druckten aus China, Mitte des achten Jahrhunderts
+    stammten. Siehe Gordon Tullock: "Paper Money–A Cycle in Cathay," 
+    *Economic History Review* 9, no. 3 (1957): 396.
+
+Die 90er Jahre des siebzehnten Jahrhunderts waren für die englische
+Regierung eine besonders schwierige Zeit. Vier Jahrzehnte Revolution und
+Bürgerkrieg, die im Wesentlichen wegen und gegen hohe Steuern geführt
+wurden waren gerade zu Ende gegangen, und die neue Regierung sah sich
+kaum in der Lage, der Bevölkerung eine neue Runde hoher Steuern
+aufzubürden. Dennoch hatte die Regierung Ambitionen viele Länder zu
+erobern, insbesondere das mächtige französische Imperium; eine Leistung
+die eine ungeheure Erhöhung von Ausgaben bedingte. Den Weg fiskalischer
+Defizite war den Engländern jedoch versperrt, da die Regierung erst vor
+kurzem ihre Kreditwürdigkeit zerstört hatte, indem es sich weigerte über
+die Hälfte seiner Schulden zurückzuzahlen. Diese Erklärung des
+Staatsbankrotts brachte auch viele Kapitalisten im Königreich in die
+Insolvenz, die ihre Ersparnisse der Regierung anvertraut hatten. Wer
+wäre da noch bereit dem englischen Staat Geld zu leihen?
+
+Bei dieser schwierigen Gabelung, wurde das Parlament von einem
+Konsortium angesprochen, allen voran von dem schottischen Botaniker
+William Patterson. Das Konsortium würde eine "*Bank of England*"
+gründen, die genügend (angeblich gegen Gold oder Silber zahlbare)
+Banknoten drucken würde, um das Haushaltsdefizit der Regierung zu
+finanzieren. Wer braucht sich schon auf freiwillige Ersparnisse zu
+verlassen, wenn er einfach den Geldhahn aufdrehen kann? Als
+Gegenleistung würde die Regierung alle ihre Einlagen bei der neuen Bank
+aufbewahren. Mit ihrer Eröffnung im Juli 1694, begann die *Bank of
+England* eilig die enorme Summe von £760.000 herauszugeben, wovon das
+Meiste benutzt wurde um Schuldscheine von der Regierung zu kaufen. Es
+dauerte weniger als zwei Jahre bis die zu begleichenden Noten in Höhe
+von £765.000 nur noch durch £36.000 an Hartgeld gedeckt waren. Bei einem
+*Bank Run* wurde Hartgeld gefordert, die Bank in die Knie gezwungen und
+in den Ruin getrieben. Die englische Regierung eilte jedoch zur Hilfe
+und erlaubte der *Bank of England*, in dem ersten *Bail-Out* von vielen,
+ihre Zahlungen einzustellen, d.h. ihre Obligation Gold gegen Banknoten
+zu tauschen nicht zu wahren, während sie *ihre* Schuldner dazu zwingen
+konnte in voller Höhe zu zahlen. Die Zahlung von Hartgeld wurde zwei
+Jahre später wieder aufgenommen, ab diesem Zeitpunkt erlaubte die
+Regierung der *Bank of England* jedoch immer wieder bei
+Zahlungsschwierigkeiten die Zahlungen einzustellen und dennoch weiterhin
+in Betrieb zu bleiben.
+
+Nach dem ersten *Bail-Out*, brachte die *Bank of England* das Parlament
+im Jahr 1697 dazu, die Gründung neuer kommerzieller Banken in England zu
+verbieten. Mit anderen Worten, es konnte keine andere Geschäftsbank mit
+der *Bank of England* in Konkurrenz treten. Darüber hinaus wurde die
+Todesstrafe auf die Fälschung ihrer Banknoten verhängt. Ein Jahrzehnt
+später wurde die Regierung dazu bewegt der *Bank of England*, praktisch
+gesehen ein Monopol auf die Herausgabe von Banknoten zu geben.
+Insbesondere nach 1708 war es für jede Firma, außer der *Bank of
+England*, gesetzlich verboten Papiergeld herauszugeben und die
+Herausgabe jeglicher Noten, durch Bank-Partnerschaften mit mehr als
+sechs beteiligten Personen, wurde ebenfalls verboten.
+
+Zentralbanken, in ihrer heutigen Form, entstanden mit dem "Peel Act" im
+Jahre 1844. Der *Bank of England* wurde das absolute Monopol auf die
+Herausgabe aller Banknoten in England gewährt. Diese Noten konnten
+wiederum gegen Gold eingelöst werden. Private Geschäftsbanken durften
+nur noch Einlagekonten betreiben. Dies hatte zur Folge, dass die Banken
+bei der *Bank of England* ihrerseits Konten haben mussten, damit sie das
+von der Öffentlichkeit geforderte Bargeld ausbezahlen konnten. Im
+wesentlichen konnten Bankeinlagen gegen Noten der *Bank of England*
+ausgezahlt werden und diese wiederum gegen Gold. Das Bankensystem nahm
+die Form einer doppelt invertierten Pyramide an. Bei der unteren
+Pyramide, benutzte die *Bank of England* das Teilreservensystem um
+gefälschte Obligationen für Gold–d.h. Noten und Einlagekonten der
+Geschäftsbanken–herauszugeben, die weit über ihre Goldreserven
+hinausgingen. Die Geschäftsbanken benutzten ihrerseits das
+Teilreservensystem, um in der zweiten Pyramide über der *Bank of
+England* auf *ihre* Reserven, bzw. auf ihre Einlagen bei der *Bank of
+England*, Kreditexpansion zu betreiben. Es ist klar, sobald Groß
+Brittanien sich von der Golddeckung löste, zum ersten Mal im Ersten
+Weltkrieg und schlussendlich im Jahr 1931, konnten die Noten der *Bank
+of England* als Fiatgeld dienen und die privaten Banken weiterhin ihre
+Pyramide auf ihre Reserven bei der *Bank of England* aufbauen. Der große
+Unterschied ist nun, dass die Golddeckung die Kreditexpansion der
+Zentralbank nicht länger Einhalt gebieten konnte, d.h. die unbegrenzte
+Fälschung von Noten und Einlangen wurde möglich.
+
+Anzumerken ist auch die Wirkung der Restriktionen auf Privatbanken;
+diese konnten weiterhin Obligationen in Form von Bankeinlagen erzeugen,
+jedoch nicht in Form von Noten. Zum ersten Mal macht die *Form* der
+Obligationen einen großen Unterschied, denn wenn Bankkunden *Noten* d.h.
+Bargeld bzw. Papiergeld und nicht immaterielle Einlagen bzw.
+Bankguthaben haben wollten, mussten die Banken bei der Zentralbank ihre
+Reserven abziehen. Wie wir später bei der Analyse der Federal Reserve
+sehen werden, ändert sich die Geldmenge wenn sich in diesem System die
+Form der Obligationen ändert. Wenn mehr Einlagen statt Noten gehalten
+werden, führt dies zu einer Kontraktion der Geldmenge, während eine
+Änderung der Form von Noten zu Einlagen, zu einer Expansion der
+Geldmenge führt.

File de/13.mkd

View file
+Erleichterung der Kreditexpansion
+=================================
+
+Durch Zentralbanken wurden die Fesseln des freien Markts auf das
+Teilreservensystem auf mehrfache Art gelockert. Zunächst wurde bis Mitte
+des neunzehnten Jahrhunderts eine "Tradition" entwickelt, nachdem die
+Zentralbank immer als "lender of last resort" (deu. Kreditgeber der
+letzten Zuflucht) agieren musste, um Banken in einer Kriese mit Geld zu
+versorgen, sollte der größte Teil von ihnen in Schwierigkeiten geraten.
+Die Zentralbank hatte zur Rückendeckung die Macht, das Gesetz und das
+Ansehen des Staates; sie war der Verwahrer der Konten des Staates; und
+der Staat gab eine implizite Garantie, dass die Zentralbank "too big to
+fail" (deu. zu groß zum Scheitern) war. Selbst mit der Golddeckung
+wurden Noten der Zentralbank, zumindest implizit, als gesetzliches
+Zahlungsmittel verwendet, und sie gegen Gold einzutauschen wurde
+zumindest für Privatpersonen zwar nicht explizit verboten, jedoch immer
+schwieriger. Mit Rückendeckung durch die Zentralbank und darüber hinaus
+durch den Staat selbst, wurde das öffentliche Vertrauen in das
+Bankensystem künstlich aufgeputscht und die *Bank Run* Gefahr wurde viel
+geringer.
+
+Selbst mit einer Golddeckung wurden Forderungen nach Gold durch
+Privatpersonen seltener und Banken mussten sich im Allgemeinen immer
+weniger darum kümmern. Das große Problem für Banken waren
+*internationale* Forderungen nach Gold, denn es konnten zwar bspw. die
+Bürger von Frankreich dazu "überredet" werden kein Gold für ihre Noten
+oder Einlagen zu verlangen, es war jedoch schwierig britische oder
+deutsche Bürger davon abzuhalten ihre in Franc gehaltenen Einlagen gegen
+Gold zu tauschen.
+
+Das Peel Act System stellte sicher, dass die Zentralbank zur Bildung
+eines Kartells dienen konnte, insb. zur Umgehung der strengen Kontrollen
+des freien Marktes auf die Kreditexpansion *individueller Banken*.
+Erinnern wir uns an die Situation auf dem freien Markt: Sollte die
+Rothbard Bank alleine versuchen durch Banknoten oder Einlagenkonten zu
+expandieren, würden diese herausgegebenen Obligationen schnell in die
+Hände von Kunden *anderer Banken* geraten und diese Kunden oder Banken
+würden anfangen Gold für ihre Rothbard Obligationen zu fordern. Da der
+ganze Sinn des Teilreservensystems darin besteht *nicht* genügend Geld
+zu haben um alle ausstehenden Obligationen begleichen zu können, wäre
+die Rothbard Bank schnell pleite. Die Situation in der eine Zentralbank
+das Monopol auf die Herausgabe von Banknoten hat, ist jedoch eine ganz
+andere: Die Geschäftsbanken können nun eine expansive Pyramide auf ihre
+"Reserven" bei der Zentralbank errichten und es wird sehr viel leichter
+ein Kartell zu bilden. Sie müssen nun lediglich proportional zueinander
+im gesamten Land expandieren, sodass alle in Konkurrenz stehenden Banken
+ihre Reserven gemeinsam erhöhen und mit der gleichen Rate ihre Kredite
+expandieren. Sollte die Rothbard Bank in dieser Situation mehr
+Obligationen drucken als sie Reserven bei der Zentralbank hat, sagen wir
+im dreifachen Umfang, wird sie keine Reserven verlieren solange alle
+konkurrierenden Banken *ihre* Kredite mit der gleichen Rate expandieren.
+Auf diese Art dient die Zentralbank als effektiver Agent zur Bildung von
+einem Kartell.
+
+Während die Zentralbank zwar alle Banken innerhalb eines Landes dazu
+bewegen kann gleichzeitig und mit der gleichen Rate die von ihnen
+erschaffenen Zahlungsmittel zu expandieren, haben sie ein Problem mit
+den Banken *anderer* Länder. So kann die Zentralbank von Ruritanien zwar
+dafür sorgen, dass alle Banken in Ruritanien ihre Kredite und die
+Geldmenge zusammen expandieren, sie hat jedoch keine Kontrolle über die
+Banken oder Währungen anderer Länder. Das Kartell kann also höchstens so
+weit reichen wie die Grenzen des Landes.

File de/14.mkd

View file
+Anlagen bei der Zentralbank
+===========================
+
+Bevor wir genauer analysieren wie die Federal Reserve arbeitet, sollten
+wir die wichtigste Art verstehen, mit der eine Zentralbank ein Kartell
+im Bankensystem aufbauen kann. Die wichtigste Art wie sie das erreicht
+ist indem sie einfach Anlagen kauft und damit die Reserven der Banken
+erhöht.
+
+Die Reserven einer Geschäftsbank, d.h. die Anlagen wodurch ihre Noten
+und Konten gedeckt sind, bestehen bei einer Golddeckung eben aus Gold.
+Sobald eine Zentralbank erscheint, und insbesondere nach dem Peel Act im
+Jahre 1844, bestehen die Reserven aus Gold, vor allem jedoch aus den
+Einlagen der Banken bei der Zentralbank. Die Zentralbankeinlagen der
+Banken erlauben es ihnen die Einlagen ihrer Kunden mit den Noten der
+Zentralbank auszuzahlen. Die Zentralbank genießt das Monopol auf die
+Herausgabe dieser greifbaren Noten und in der Praxis halten die Banken
+ihre Reserven in der Form von Einlagen in Konten bei der Zentralbank.
+Diese Einlagen können gegen Noten der Zentralbank ausbezahlt werden und
+die Zentralbank verspricht wiederum, dass diese Noten gegen Gold
+eingetauscht werden können.
+
+Es ist klar, dass die mit dem Peel Act entstandene Struktur nicht
+zufällig den Weg ebnete, für einen leichten Übergang zu einer Währung
+aus Papiergeld. Da der Durchschnittsbürger die Noten der Zentralbank mit
+der Zeit als Geld ansah und Gold nur von Ausländern verlangt wurde, war
+es relativ leicht für die Regierung die Golddeckung aufzulösen. Sich zu
+weigern Gold gegen Noten zurückzuerstatten, war für die Regierung bzw.
+für die Zentralbank relativ unproblematisch. Der Durchschnittsbürger
+benutzte weiterhin die Banknoten und die Geschäftsbanken tauschten
+weiterhin ihre Einlagen gegen diese Noten. Das alltägliche
+wirtschaftliche Leben des Landes scheinte wie zuvor weiterzugehen. Es
+sollte klar sein, wenn es keine Zentralbank gegeben hätte und
+insbesondere keine Zentralbank mit einem Monopol auf Noten nach dem
+Muster des Peel Acts, hätte die Auflösung der Golddeckung der Regierung
+beachtliche Schwierigkeiten bereitet und einen öffentlichen Aufschrei
+verursacht.
+
+Wie ist es für die Zentralbank möglich, bei den Banken unter ihrem
+Einfluss die Reserven zu erhöhen? Ganz einfach, indem sie Anlagen
+kauft. Dabei macht es keinen Unterschied von *wem* sie Anlagen kauft, ob
+von Banken, Personen oder Firmen in der Wirtschaft. Nehmen wir an, dass
+eine Zentralbank eine Anlage von einer Bank kauft. Die Zentralbank
+könnte zum Beispiel ein Gebäude von einer Geschäftsbank für $1.000.000
+kaufen. Das Gebäude, mit einem geschätzten Wert von $1.000.000, wird aus
+der Bilanz der Geschäftsbank von ihre Aktiva auf die Aktiva der
+Zentralbank übertragen. Wie bezahlt die Zentralbank für das Gebäude?
+Ganz einfach: Indem sie einen Scheck im Wert von $1.000.000 auf sich
+selbst ausstellt. Woher bekommt sie das Geld um den Scheck ausstellen zu
+können? Sie haben es aus dem Nichts erschaffen. Sie haben mit anderen
+Worten, eine Obligation für $1.000.000 an Bargeld erschaffen, von dem
+vorher noch kein Cent existiert hat. Die Geschäftsbank löst den Scheck
+bei der Zentralbank ein und es werden $1.000.000 auf ihr Einlagekonto
+bei der Zentralbank gutgeschrieben. Die Reserven der Geschäftsbank haben
+sich um $1.000.000 erhöht, worauf andere Banken in Kürze weitere
+Obligationen auf nicht existente Reserven herausgeben, und dadurch die
+Geldmenge des Landes um ein Vielfaches erhöhen.
+
+Abbild 7 zeigt den anfänglichen Ablauf beim Kauf von Anlagen. Wir müssen
+uns nun mit zwei Bilanzen beschäftigen: Die der Geschäftsbank und die
+der Zentralbank. Der Vorgang wird in Abbild 7 dargestellt.
+
+![](images/img08.png)
+
+Schauen wir uns nun den Ablauf an, wenn eine Zentralbank eine Anlage von
+irgendeine Person oder Firma in der Wirtschaft kauft. Der Ablauf ist
+ähnlich zu dem vorherigen, er ist jedoch weniger offensichtlich.
+Stellen wir uns vor, dass die Zentralbank ein Haus im Wert von
+$1.000.000 von einem Bauunternehmen kauft. In der Bilanz der Zentralbank
+nehmen die Aktiva um $1.000.000 zu, und wie zuvor bezahlt die
+Zentralbank das Haus mit einem auf sich selbst ausgeschriebenen Scheck
+in Höhe von $1.000.000. Wieder handelt es sich um eine neue, aus dem
+Nichts erschaffene Obligation, auf nicht existentes Bargeld. Das
+Bauunternehmen auf dem der Scheck ausgeschrieben ist, kann jedoch kein
+Konto bei der Zentralbank haben (da sie keine Bank ist) und kann nur
+eines mit dem Scheck machen: Sie löst es bei ihrer Bank ein. Auf das
+Einlagekonto des Bauunternehmens werden dadurch $1.000.000
+gutgeschrieben. Hier ist ein Unterschied zu dem Ablauf in dem vorherigen
+Beispiel. Indem der Scheck eingelöst wird, erhöht sich die Geldmenge in
+dem Land um $1.000.000 neues Geld. Eine Inflation der Geldmenge hat also
+bereits stattgefunden. Ebenso können wir eine Umverteilung beobachten,
+da zumindest vorerst all das neue Geld bei dem Bauunternehmen ist. Hier
+sehen wir allerdings nur die anfängliche Erhöhung, denn die Bank des
+Bauunternehmens nimmt nun den Scheck und löst ihn bei der Zentralbank
+ein, sodass ihre Einlagen sich um $1.000.000 erhöhen und als neue
+Reserven im Teilreservensystem dienen. Die Bank kann nun basierend auf
+diesen Reserven und zusammen mit ihren Konkurrenten anfangen ein
+Vielfaches an neue Obligationen zu erzeugen. Diese Entstehen aus dem
+Nichts, jedes mal wenn sie neue Kredite vergeben und Einlagen auf die
+Einlagekonten der Kreditnehmer gutschreiben. Die Geldmenge wird um ein
+Vielfaches der ursprünglichen Einlagen expandiert. Abbild 8 und 9 zeigen
+diesen Vorgang.
+
+![](images/img09.png)
+
+Wir sehen hier, dass die Reserven der Geschäftsbank–ihre Einlagen bei
+der Zentralbank–sich um $1.000.000 erhöht haben. Diese Bank kann nun,
+zusammen mit anderen Geschäftsbanken, die Geldmenge durch Vergabe von
+Kredite um ein Vielfaches dieser Reserven erhöhen. Nehmen wir an, dass
+die Vervielfachung im Verhältnis 10 zu 1 verläuft-eine durchaus
+realistische Annahme. Die Bank meint sie kann die Einlagen ihrer Kunden
+um das Zehnfache ihrer Reserven erhöhen. Durch Kreditvergabe erhöht sie
+die Einlagen auf Konten von Konsumenten oder Geschäfte, entweder durch
+direkte Kredite oder indem sie Wertpapiere auf dem Markt kauft. Wenn
+dieser expansive Vorgang nach ein paar Wochen zu Ende geht, sieht die
+Bilanz der Bank wie in Abbild 9 aus. Dabei ist anzumerken, dass die
+Situation in Abbild 9 entweder durch den direkten Kauf einer Anlage
+durch die Zentralbank von der Geschäftsbank zustande kommen könnte
+(Abbild 7), *oder* indem eine Anlage auf dem offenen Markt gekauft wird,
+wobei der Verkäufer ein Konto bei dieser oder einer anderen
+Geschäftsbank hat (Abbild 8). Das Ergebnis ist letztendlich das
+gleiche.
+
+![](images/img10.png)

File de/15.mkd

View file
+Ursprung der Fed: Die Entstehung des Nationalen Bankensysems
+============================================================
+
+Die praktisch unvermeidliche Einstellung der Banken, gegenüber der
+Zentralbank ihres Landes, sollte mittlerweile Glasklar sein. Die
+Zentralbank ist ihre Absicherung, ihre Basis und ihr Schutzschirm gegen
+den Ansturm der Konkurrenz und der Öffentlichkeit, die versuchen das
+Geld zurückzubekommen, welches sie als ihr Eigentum betrachten und von
+denen sie meinen es wäre in den Tresoren der Banken. Die Zentralbank
+sorgt für das unabdingbare Vertrauen der leichtgläubigen Öffentlichkeit
+und hält ihren Ansturm zurück. Die Zentralbank ist für die Banken, der
+Kreditgeber letzter Zuflucht und die zentrale Institution zur Bildung
+eines Kartells. Mit ihr können alle Banken gemeinsam expandieren und sie
+müssen sie sich keine Sorgen machen, dass eine Gruppe von Banken ihre
+Reserven an andere verliert, zu einer Kontraktion ihre Kredite gezwungen
+wird oder in die Pleite getrieben wird. Die Zentralbank ist fast
+unerlässlich für den Wohlstand der Banken; für ihren professionellen
+Betrieb als Hersteller neuen Geldes durch die Herausgabe unechter
+Obligationen an echtes Bargeld.
+
+Ebenso können wir nun ihre Verlogenheit sehen wenn behauptet wird, dass
+Geschäftsbanken wie niemand anderes auf Inflation achtet, oder dass
+Zentralbanken sich im ewigen Kampf gegen Inflation befinden. Sie sind
+vielmehr alle gemeinsamen und als *einzige* für die Inflation in der
+Wirtschaft verantwortlich. 
+
+Freilich heißt das nicht, dass Banken sich niemals über ihre Zentralbank
+beschweren. Wie in jeder "Ehe" gibt es ab und zu Spannungen und die
+Banken meckern nicht selten über ihren Hirten und Beschützer. Die
+Beschwerden sind jedoch fast immer, dass die Zentralbank zu *wenig*
+macht: Sie wollen mehr Inflation, oder stärkeren und beständigeren
+Schutz. Die Zentralbank führt und berät die Geschäftsbanken zwar, muss
+jedoch auch andere, weitestgehend politische Zwänge berücksichtigen.
+Selbst wenn ihre Noten wie heute das allgemein gebräuchliche Bargeld
+sind, müssen sie sich um die öffentliche Meinung kümmern, sowie um die
+üblichen Beschwerden gegen Inflation, oder über die scharfsinnige wenn
+auch undifferenzierte Kritik der Öffentlichkeit an der "Macht des
+Geldes". Die Einstellung einer Bank gegenüber der Zentralbank und der
+Regierung, ähnelt dem Kummer etwa der Klienten des Sozialstaates oder
+der Empfänger von Subventionen in der Industrie. Sie beschweren sich
+fast überhaupt nicht über die Existenz des Sozialstaates oder der
+Subventionen, sondern vor allen Dingen über die angeblichen "Mängel" und
+über den Umfang der Ausgaben. Fragt man die Wehklagenden, ob sie denn
+die Sozialleistungen oder Subventionen abschaffen möchten, so ist ihnen
+der blanke Horror ins Gesicht geschrieben, sofern sie die Frage
+überhaupt ernst nehmen. Gleichermaßen, kann man einem Bankier fragen, ob
+er für die Abschaffung seiner Zentralbank wäre und eine sehr ähnliches
+Schrecken beobachten.[^12]
+
+[^12]: Ein weit verbreiteter Aberglaube ist, dass die "Staatsbanken"
+    (Banken die von den Bundesstaaten zugelassen wurden) Andrew Jackson
+    eine nachhaltige Unterstützung waren, bei der Abschaffung der
+    *Second Bank of the United States* – die damalige Zentralbank.
+    Wir wollen von der Tatsache absehen, dass es sich hierbei um eine
+    vor dem *Peel Act* entstandene Zentralbank handelte, die kein
+    Monopol auf die Herausgabe von Banknoten hatte und demnach sowohl
+    mit den kommerziellen Banken Konkurrenz war, als auch Reserven für
+    ihre Expansion bereitstellte. Hierbei handelt es sich nämlich um
+    eine schiere Legende die auf den falschen Annahmen vieler Historiker
+    beruht, dass die Banken bei ihrer Expansion durch die *Bank of the
+    United States* "eingeschränkt" waren und sie deshalb für ihre
+    Abschaffung gewesen sein *müssen*. Im Gegenteil; spätere Historiker
+    zeigten, dass die überwältigende Mehrheit der Banken die Zentralbank
+    erhalten wollten, wie unsere Analyse es uns erwarten lassen würde.
+    Siehe John M. McFaul, *The Politics of Jacksonian Finance* (Ithaca,
+    N.Y.: Cornell University Press, 1972), pp. 16–57; und Jean Alexander
+    Wilburn, *Biddle's Bank: The Crucial Years* (New York: University
+    Press, 1970), pp. 118–19.
+
+Im ersten Jahrhundert der Geschichte der amerikanischen Republik, war
+Geld und das Bankenwesen grundsätzliche politische Fragen zwischen den
+Parteien. Eine Zentralbank war schon zu Beginn der Nation eine heiß
+diskutierte Frage der amerikanischen Nation. Immerzu waren die
+Verfechter der Zentralbank die unbeirrbaren Nationalisten, die
+Befürworter einer ausgedehnten zentralen Regierung. 1781 wurde vom
+Kontinentalkongress, noch vor Ende des Unabhängigkeitskrieges mit der
+*Bank of North Amerika* (BNA) die erste Zentralbank des Landes
+genehmigt. Robert Morris aus Philadelphia, ein Großunternehmer,
+führender Nationalist im Kongresses und Finanzminister zur Kriegszeit
+brachte den Vorschlag zur Genehmigung ein. Ähnlich wie die *Bank of
+England*, gewährte der amerikanische Kongress der BNA ein Monopol auf
+die Herausgabe von Papiernoten im gesamten Land. Der größte Teil der